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Wir brauchen mehr Abiturientinnen und Abiturienten, nicht weniger
Herausgeber: Martin Habersaat, MdL am: 28.07.2016, 14:20 Uhr

Zur aktuellen Presseveröffentlichung des Deutschen Philologenverbandes über das Abitur erklärt der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Martin Habersaat:



„Es fällt wie so häufig schwer, die Argumentation des Deutschen Philologenverbandes nachzuvollziehen. Der PISA-Schock lehrte uns, dass in Deutschland der Weg zu einem höheren Bildungsabschluss noch immer hochgradig von der sozialen Herkunft abhängig war; dadurch bleiben Bildungschancen, aber eben auch Reserven für die gesamte Gesellschaft ungenutzt.



 



Unsere Schulreformen haben daran einiges geändert und dass wir heute mehr Abiturientinnen und Abiturienten haben als früher, ist ein Erfolg und keine Bildungskrise.



Es hat immer wieder Studierende gegeben, die aus ganz verschiedenen Gründen den Anforderungen eines Studiums nicht gerecht geworden sind und ihr Studium abbrechen mussten. Auch hier sind durch verbesserte Beratungsmöglichkeiten und wirtschaftliche Unterstützungen Erfolge erzielt worden. Aber niemand hat je behauptet, dass ein Abitur eine Garantie dafür sei, dass Studierende ihr Studium erfolgreich absolvieren.



Ich gebe dem Philologenverband darin Recht, dass unterschiedliche Anforderungsniveaus im Abitur nicht zu Wettbewerbsverzerrungen beim Zugang um Studienplätze mit Numerus Clausus oder hochqualifizierte Ausbildungsplätze führen dürfen. Aber auch hier hat Schleswig-Holstein gemeinsam mit fünf anderen Ländern länderübergreifende Aufgaben und Aufgabenteile für das Abitur erarbeitet und ab 2017 wird es einen zentralen Aufgabenpool für die Kernfächer geben.



Der Ruf des Philologenverbandes nach mehr Zentralismus bei der Terminsetzung für die Sommerferien ist nicht nur sachfremd, sondern auch unsozial. Will er tatsächlich eine gigantische Blechlawine auf den deutschen und europäischen Autobahnen haben, wenn alle 16 Länder gleichzeitig in die Sommerferien gehen? Und hält er es für akzeptabel, wenn durch eine solche Schwerpunktnachfrage die Reisepreise derartig in die Höhe gingen, dass eine Urlaubsreise nur noch gut betuchten Familien möglich wäre?



Die SPD und die Küstenkoalition werden auch in den nächsten Jahren für mehr Bildungsgerechtigkeit arbeiten. Dass der Philologenverband dabei kein Partner sein will, ist schade.“


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