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Zeugnisse für Grundschulkinder neu gestaltet
Herausgeber: Martin Habersaat, MdL am: 27.07.2015, 16:09 Uhr

Vergleichbarkeit und Leistungsmessung auch ohne Noten möglich



„Als ich noch zur Grundschule Barsbüttel ging, war normal, dass es ab der ersten Klasse Noten gab“, berichtet Martin Habersaat, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. Nun liegt die Einschulung des 38jährigen allerdings schon eine Weile zurück und seit vielen Jahren werden in den Klassen 1 und 2 keine Noten mehr zu vergeben.



 



In Klasse 3 konnten die Schulen selbst entscheiden, ob sie mit Noten oder Kompetenzberichten (oder beidem) arbeiten, diese Möglichkeit haben sich auch für Klasse 4 viele Schulen in Schleswig-Holstein gewünscht und im letzten Jahr erhalten. Jetzt hat das Bildungsministerium neue Muster für die Kompetenzberichte vorgestellt, um Schulen auf diesem Weg zu unterstützen und die Vergleichbarkeit zu verbessern.



Grundlage für das neue Zeugnis-Formular ist der in den Grundschulen bekannte Entwicklungsbericht. Schülerinnen und Schüler erhalten diesen Entwicklungsbericht am Ende des ersten Halbjahres der 4. Jahrgangsstufe. Er bildet die Grundlage für das verbindliche Gespräch der Schule mit den Eltern über den Übergang zur weiterführenden Schule und ersetzt die früheren schriftlichen Übergangsempfehlungen. Das Ministerium für Schule und Berufsbildung hatte Prof. Jens Möller von der Christian-Albrechts-Universität (CAU) mit der Evaluation des Entwicklungsberichtes beauftragt. Das Ergebnis: Der Entwicklungsbericht an den Grundschulen funktioniert und bietet ein gutes Abbild der Leistung von Schülerinnen und Schülern, konnte aber an einigen Stellen verbessert werden.



Gemeinsam mit Prof. Möller stellte Ministerin Britta Ernst den verbesserten Entwicklungsbericht Anfang Juli 2015 der Öffentlichkeit vor. Er sei differenzierter als Noten und habe den gleichen oder sogar einen besseren Vorhersagewert für die Testleistungen als Noten, sagte Möller. Gleichzeitig wurden auf dieser Basis Zeugnisformulare für Jahrgangsstufen entwickelt, in denen keine Noten gegeben werden (Kompetenz-Zeugnisse). Diese werden den Schulen als standardisierte Zeugnisse zur Verfügung gestellt und sollen nach einer Übergangsfrist von drei Jahren dort verbindlich werden, wo ohne Noten gearbeitet werden soll. Das Ministerium für Schule und Berufsbildung kommt damit einem Auftrag des Landtages nach, nach dem Muster für an Kompetenzen ausgerichtete Entwicklungsberichte für die Jahrgänge 1 bis 4 entwickelt werden sollten.



Martin Habersaat, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion und bis zu seinem Einzug in den Landtag selbst Gymnasiallehrer: „Es gibt gute pädagogische Gründe, ohne Noten zu arbeiten. Ich verstehe aber auch Schulen, die an Noten festhalten wollen, deshalb gibt es beide Möglichkeiten und Unterstützung für die Schulen. Was ich nicht verstehe ist der Wunsch der FDP, wieder alle Schulen im Land zu Noten zu zwingen.“ Für diesen Notenzwang sammeln die Liberalen derzeit Unterschriften.  



 



Die Musterzeugnisse:



http://www.schleswig-holstein.de/DE/Fachinhalte/S/schulsystem/zeugnisse.html


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