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Norddeutsche Wissenschaftskooperation
Herausgeber: Martin Habersaat, MdL am: 03.01.2015, 16:40 Uhr

Schleswig-Holstein tritt CSSB-Forschungsabkommen bei: Das Zentrum für strukturelle Systembiologie (CSSB) wird seit 2013 gemeinsam von den Ländern Hamburg und Niedersachsen sowie dem Bund auf dem DESY-Gelände errichtet. Die Fertigstellung soll 2017 abgeschlossen sein. Struktur- und Systembiologie sind Forschungszweige, die sich einer zentralen Herausforderung der biomedizinischen Grundlagenforschung widmen: dem Verständnis biologisch aktiver Stoffe auf molekularer und atomarer Ebene.



Eingebettet in die Infektions- und Immunitätsforschung liefert die Struktur- und Systembiologie wertvolle Beiträge, um medizinische Maßnahmen gegen die Ausbreitung von Krankheitserregern in einer global vernetzten Welt zu ergreifen.

 



Bisher wurde der CSSB-Bau vom Bundesforschungsministerium sowie den Ländern Hamburg und Niedersachsen getragen. Mit der Beteiligung Schleswig-Holsteins steigt das Investitionsvolumen um zwei Millionen Euro auf insgesamt 52 Millionen Euro für den Bau und die Geräteausstattung an. Betrieben wird das CSSB von führenden wissenschaftlichen Einrichtungen auf dem Gebiet der Struktur- und Systembiologie in Norddeutschland. „Hier entsteht derzeit eine Forschungseinrichtung, die nicht nur norddeutsche Kompetenzen auf diesem Gebiet bündelt, sondern zugleich an eine weltweit einzigartige Forschungsinfrastruktur angeschlossen sein wird“, sagte Schleswig-Holsteins Wissenschaftsministerin Kristin Alheit anlässlich der Unterzeichnung des Kooperationsabkommens.



„Die Universitäten in Kiel und Lübeck sowie das Forschungszentrum Borstel bringen auf dem Gebiet hervorragende Kompetenzen ein. Ich freue mich, dass es nun gelungen ist, die Beteiligung Schleswig-Holsteins zu erreichen. Damit werden Forscherinnen und Forscher aus Schleswig die Möglichkeit haben, das zukünftige Zentrum zu nutzen und dort weitergehende Spitzenforschung zu betreiben“, so Alheit.



Nachdem Schleswig-Holstein sich zu Zeiten der CDU/FDP-Koalition aus diesem Gemeinschaftsprojekt norddeutscher Wissenschaftskooperation zurückgezogen hatte, können nun wissenschaftliche Einrichtungen des Landes der Kooperationsvereinbarung der derzeit neun wissenschaftlichen Partner des CSSB beitreten. Über die Kooperationsvereinbarung werden der laufende Betrieb und der Zugang zur Infrastruktur geregelt. Martin Habersaat, wissenschaftspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion: „Zur Halbzeit der Legislaturperiode konnten wir damit einen weiteren Fehler aus der schwarz-gelben Regierungszeit ausbügeln. Investitionen in Innovation und Forschung sind ebenso wichtig wie eine gelingende norddeutsche Kooperation. Das CSSB verbindet beides.“



Die Beteiligung sei zudem eine konsequente Fortsetzung der Beteiligung Schleswig-Holsteins am internationalen Projekt „European XFEL“. Die geplante Röntgen-Laser-Anlage wird zwischen Hamburg und Schenefeld in Schleswig-Holstein ebenfalls bis 2017 fertiggestellt und soll eine neue Dimension in der Forschung mit Strahlungsquellen eröffnen, die insbesondere für die Strukturbiologie große Chancen verspricht. Martin Habersaat hatte sich stets für einen Wiedereinstieg Schleswig-Holsteins in das Projekt eingesetzt: „Es war logisch nicht erklärbar, dass eine Forschungsanlage von Weltrang in Schleswig-Holstein gebaut wird, das Land sich an deren Nutzung aber nicht konsequent beteiligen will.“


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