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Veröffentlicht am 07.03.2017, 13:26 Uhr     Druckversion

Britta Ernst legt ersten MINT-Bericht für Schleswig-Holstein vor:

Wissen und Kompetenzen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) sind unverzichtbar, um sich in einer modernen Gesellschaft gut zurechtzufinden und die Grundlagen in vielen Bereichen zu verstehen. „Um Schülerinnen und Schüler gerade für diese Bereiche zu begeistern, gibt es im ganzen Land zahlreiche Anstrengungen“, berichtet Martin Habersaat, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion und Landtagsabgeordneter aus Reinbek.

 

Erstmals hat nun die Landesregierung einen „Bericht zur MINT-Bildung an den allgemein bildenden Schulen in Schleswig-Holstein“ vorgelegt. „Wir wollen sicherstellen, dass alle jungen Menschen eine gute naturwissenschaftliche Grundbildung aus ihrer Schulzeit mitnehmen“, sagte Bildungsministerin Britta Ernst anlässlich der Vorstellung dieses Berichts.

Die Leistungen der Schülerinnen und Schüler in Schleswig-Holstein lagen im IQB-Ländervergleich 2011 in Mathematik und Naturwissenschaften unter dem deutschen Durchschnitt, im IQB-Ländervergleich 2012 im bundesweiten Durchschnitt. Deshalb wird Schleswig-Holstein seine Angebote in der MINT-Förderung verstärken: Schwerpunkte der Bemühungen sind die Werbung für den Beruf der Lehrkräfte zur Sicherstellung der Fachlehrkräfteversorgung, die Einrichtung von Forschungszentren für Schülerinnen und Schüler und die Etablierung eines MINT-Forums zur Vernetzung von Schulen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Verbänden, Stiftungen, Vereinen und Behörden.

 

„Wir bringen mit MINT-Forschungszentren für Schülerinnen und Schüler ein zusätzliches Angebot in die Fläche“, sagte Bildungsministerin Ernst. Dazu habe das Ministerium eine Kooperationsvereinbarung mit der Joachim Herz Stiftung, der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und dem Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften (IPN) geschlossen. Bis zum Sommer 2017 sollen neben der bestehenden Kieler Forschungswerkstatt an zunächst drei Standorten in Schleswig-Holstein Forschungszentren für Schülerinnen und Schüler aufgebaut werden. Das IPN übernimmt als überregionale Bildungseinrichtung die Gesamtkoordination des Netzwerkes, die Mittelverwaltung sowie die wissenschaftliche Begleitforschung. Die CAU bringt Ressourcen und fachwissenschaftliche Expertise insbesondere der Kieler Forschungswerkstatt als zentralem Knotenpunkt in das Netzwerk ein.

2016 gab es in Schleswig-Holstein 81 Gymnasien und 22 Gemeinschaftsschulen mit dem Profilfach Biologie, 74 Gymnasien und eine Gemeinschaftsschule mit dem Profilfach Physik sowie 35 Gymnasien und zwei Gemeinschaftsschulen mit dem Profilfach Chemie. Habersaat: „Ich würde mir auch Informatik als Profilfach wünschen, dazu müssen wir jedoch die Zahl der Informatiklehrkräfte an unseren Schulen insgesamt noch aufstocken.“  Derzeit gibt es 31 Informatik-Lehrkräfte an den Gymnasien und sechs an den Gemeinschaftsschulen. Die Fachanforderungen für alle MINT-Fächer wurden in den vergangenen Jahren aktualisiert, lediglich die Planungen für die Fächer Technik (Grundschule) und Informatik (weiterführende Schulen) sind noch nicht abgeschlossen.

 

2013 startete das Projekt „Mathe macht stark“, inzwischen beteiligen sich daran 189 Grundschulen in Schleswig-Holstein (z.B. die Gertrud-Lege-Schule in Neuschönningstedt). Das Programm „SINUS-SH“ ist in Schleswig-Holstein ein zentraler Baustein der Fortbildungsinitiative im Bereich der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer, 3108 Lehrkräfte nahmen im Schuljahr 2015/16 daran teil. Um aktuelle Forschungsergebnisse aus der Wissenschaft und naturwissenschaftlichen Unterricht miteinander zu verzahnen, werden regionale Netzwerke von Lehrkräften aufgebaut. Landesweit gibt es im Netzwerk „Transfer Wissenschaft - Schule“ zehn Stützpunktschulen, die innerhalb ihrer Region Veranstaltungen und Workshops anbieten, im Südosten des Landes das Ahrensburger Gymnasium am Heimgarten und die Gemeinschaftsschule Schwarzenbek. Das Bildungsministerium  organisiert und unterstützt eine Reihe von MINT-Wettbewerben im Land und auf Bundesebene. Hierzu gehören „Jugend forscht“, „Schüler experimentieren“, die internationalen naturwissenschaftlichen Olympiaden, der Bundesumweltwettbewerb, „TüftelEi“ und „Robothlon“. 2016 nahmen beispielweise 130 Schülerinnen und Schüler aus Schleswig-Holstein bei „Jugend forscht“ teil.

 

Das Schülerlabor Quantensprung im Helmholzzentrum Geesthacht wird jährlich von etwa 3.500 Schülerinnen und Schülern besucht. Auch andere Hochschulen öffnen ihre Labore. Schulen aus dem Hamburger Umland nutzen häufig auch entsprechende Angebote in der Hansestadt. 2016 wurde die Stadtschule Bad Oldesloe als eine von 16 MINT-freundlichen Schulen in Schleswig-Holstein bundesweit geehrt. MINT EC ist eine bundesweite Exzellenz-Auszeichnung für Schulen mit einer Sekundarstufe II, die sich in sehr hohem Maße im MINT-Bereich hervortun und sowohl in der Spitzenförderung als auch in der Breitenförderung überdurchschnittliche Angebote haben. Schleswig-Holstein hat bereits fünf MINT EC-Schulen, zwei davon liegen in Stormarn: das Gymnasium Trittau und das Kopernikus Gymnasium Bargteheide.

 

Das Schülerlabor am Alfred-Wegener-Institut Helgoland wurde im März 2015 offiziell eröffnet. Habersaat: „Bei den Schulen in Schleswig-Holstein müssen wir für dieses Angebot noch werben. Bisher nahmen 19 Schulen teil, nur zwei aus dem eigenen Bundesland. Werbend möchte ich auch darauf hinweisen, dass über die Standorte der neuen MINT-Forschungszentren noch nicht entschieden ist.“

 

Link zum Bericht zur MINT-Bildung an den allgemein bildenden Schulen in Schleswig-Holstein:

http://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl18/drucks/5100/drucksache-18-5141.pdf

 

Stützpunktschulen Transfer Wissenschaft / Schule:

https://mbbuch.schleswig-holstein.de/?view=schulen

Homepage: Martin Habersaat, MdL


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