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Bothkamper See - 2 -

Ist der Bothkamper See noch zu retten?

So lautet in letzter Zeit (November 2011) des Öfteren die Frage besorgter Mitbürger. Inzwischen gibt es sogar schon eine Arbeitsgemeinschaft, die sich dieser Sache angenommen hat. Bei den bisherigen Zusammenkünften zeichneten sich durchaus Lösungsmöglichkeiten ab, die aber Geduld und vor allem Einsicht einiger Bürger erfordern.

Doch zunächst zu den Fakten: Im Gegensatz zum Menschen lässt sich die Natur nicht täuschen. Wird sie schlecht behandelt, rächt sie sich. Klimaveränderungen, Wetterkapriolen, Seuchen und Artenschwund sind nur einige Beispiele. Erkennt „homo sapiens“ sie nicht rechtzeitig, droht irgendwann ein böses Erwachen.

Der Bothkamper See gehört zu den ältesten Seen Schleswig-Holsteins. Sein Verlandungsprozess ist weit vorangeschritten, d.h. viel Schlamm und wenig Wasser. Wird dieses „Restwasser“ nun noch mit Nährstoffen überversorgt, freuen sich die Algen und bescheren uns die bekannte Grünfärbung. Ihre Nahrung kommt u.a. aus der Luft mit stickstoffhaltigem Regen und aus mit Abwasser belasteten Zuflüssen. Nach dem Bau von Kläranlagen im Einzugsbereich verbesserte sich die Wasserqualität zunächst erfreulich, doch dieser Zustand ist leider vorbei. Die voranschreitende Intensivierung der Landwirtschaft, vor allem die „Vermaisung“ mit dem Einsatz ungeheurer Güllemengen aus Massentierhaltungen - „düngt“ den See mit dem leider bekannten Erfolg. Dabei weiß man (oder auch nicht?), dass nur etwa ein Drittel des „Maisdüngers“ die Pflanzen erreicht, ein weiteres Drittel geht in die Luft, was zu den bekannten „Wohlgerüchen“ führt, und das letzte Drittel versickert im Boden und gelangt durch die Entwässerungsgräben in den See.
Bei unsachgemäßem Ausbringen auf gefrorenem Boden mit anschließendem Regen (Februar 2011) wird die Gülle oberflächlich „abgewaschen“ und sogar direkt in die Vorfluter getragen. Die Wirkung der Kläranlagen wird dadurch weitgehend aufgehoben.

Was ist also zu tun? Eigentlich gibt es nur eine Lösung: Wir brauchen neue Kläranlagen, und die bietet uns die Natur zum „Nulltarif“ an! Wenn wir sie gewähren lassen, schafft sie uns eine biologische Abwasserreinigung in Form üppigen Pflanzenwuchses, der die Nährstoffe aus dem Abwasser aufnimmt. Anstatt die Gräben alljährlich per Bagger zu „reinigen“, um dadurch dem Wasser ein rasches, hindernisfreies Abfließen zum See zu ermöglichen, sollte das Gegenteil gemacht werden.

Ein hervorragendes Beispiel hierfür ist die „Pohnsdorfer Stauung“ zwischen Honigsee und Preetz. Die Neuwührener Au schlängelt sich durch das Gebiet, üppiger Planzenwuchs begleitet die Ufersäume und Polder sind entstanden. In diesen kann sich das belastete Wasser von seiner unheilvollen Fracht befreien, weil die Nähstoffe zu einem großen Teil von den Pflanzen zurückgehalten und „verarbeitet“ werden, und das Wasser erreicht den Postsee in wesentlich verbesserter Qualität! Warum sollte man da nicht an eine – wenn auch sehr viel bescheidenere -
„Barkauer Stauung“ denken?

Der Schönhorster Graben bietet sich hierfür geradezu an:
Die Ufer sind flach und werden im Winter und in regenreichen Sommern (z.B. 2011) ohnehin überflutet. Wenn also das leidige „Ausräumen“ des Bachlaufs endlich eingestellt werden würde, könnte durch die natürlich vorhandenen Polder eine deutliche Reduzierung der Schadstoffe erreicht werden. Außerdem befindet sich im Mündungsbereich des Gewässers ein dichter Schilfgürtel, der für eine weitere Filterung sorgen könnte, wenn man hier eine kleine „Umleitung“ konstruieren würde.

Die Naturschutzgemeinschaft Klein Barkau hat 1993 eine vier Hektar große Fläche gekauft, um etwas für die Natur zu tun. Über diese Fläche fließt ebenfalls ein Gewässer, das bis dahin auch regelmäßig ausgeräumt wurde. Da dadurch jedesmal viele Pflanzen und Tiere vernichtet wurden, hatte die Gemeinschaft mit dem zuständigen Wasser- und Bodenverband vereinbart, dieses Gewässer nur noch bei Bedarf zu „bearbeiten“. Es wurden kleinere Mäander geschaffen, die Ufer wurden mit Erlen und Weiden bepflanzt, ein kleiner Tümpel wurde angelegt und der Graben – wenn nötig – per Hand geräumt.
Inzwischen hat sich das Gewässer sein erforderliches „Bachbett“ selbst geschaffen und in fast 20 Jahren musste nur ein einziges Mal der Bagger anrücken. Und die Wasserqualität dieses Vorfluters? Deutlich besser als vorher!

(Götz Meyer)

 
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