SPD-Tangstedt

Standort: Startseite
Für uns im Landtag

image

SPD-Fraktion im Landtag

Für uns im Bundestag

SPD-Fraktion im Bundestag

Für uns in Europa

SPD-Fraktion in Europa

image

QR-Code

Bildungsdialog zum Thema Inklusion

Veröffentlicht am 12.06.2016, 20:00 Uhr     Druckversion

Foto: Heinrich Dippel

Ministerin Ernst will Menschen mit Behinderungen stärker einbeziehen in die Gestaltung der inklusiven Schule

„Inklusion kann nur in einer gemeinsamen Anstrengung aller gelingen. Heute sollen die im Mittelpunkt stehen, die über viele Jahrzehnte Motoren der gemeinsamen Beschulung von Kinder mit und ohne Behinderung waren: die Eltern von Kindern mit Förderbedarf, mit Behinderung und natürlich die Schülerinnen und Schüler“, sagte Schleswig-Holsteins Ministerin für Schule und Berufsbildung in Kronshagen bei jüngsten Veranstal

 

Unter der Überschrift „Partizipation in der inklusiven Schule“ hatte die Ministerin zu einer Fachtagung in das Gymnasium Kronshagen eingeladen. Rund 100 Gäste aus Eltern-, Lehrer-  und Schülerschaft, aus Verbänden, Gewerkschaften und Vereinen, Wirtschaft und Gesellschaft waren gekommen, um zu beraten und Modelle zu entwickeln, wie Beteiligte und Betroffene noch besser in die Gestaltung der inklusiven Schule einbezogen werden können.

Mit dabei war auch Martin Habersaat, Landtagsabgeordneter aus Reinbek und bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. Er beschreibt die Herausforderung: „Die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler wird in Schleswig-Holstein inklusiv beschult. Das ist eine gute Nachricht und das Ergebnis eines Prozesses, der bereits in den 90er Jahren begonnen hat.“ Die Frage sein nun aber, ob Eltern- und Schülervertretung dieser Kinder in den allgemeinbildenden Schulen einfach „mitlaufen“, oder ob es, zumindest für einen Übergangszeitraum, besondere Formern der Beteiligung geben muss. Habersaat: „Darüber gab es spannende Debatten, viele Ideen und einen konstruktiven Austausch mit einer Ministerin, die erkennbar an vielfältigen Meinungen interessiert ist. So mach Bildungspolitik Spaß.“ Eine humane und demokratische Gesellschaft müsse den solidarischen Umgang mit allen Menschen möglichst von klein auf lehren. Das sei von Anfang an eine Hauptforderung vieler Eltern gewesen, so Ernst. „Um dieses Ziel zu verwirklichen, brauchen wir starke Partnerinnen und Partner und wir brauchen die Menschen mit Behinderungen und deren Eltern, die auch denen eine Stimme geben, die selbst zu schwach sind", sagte die Ministerin.

So standen im Mittelpunkt dieser Fachtagung dann auch die Beiträge von und Diskussionen mit Menschen mit Behinderung. In einer ersten Runde ging es dabei um die Erfahrungen und Erwartungen an Inklusion. Teilnehmende waren: Der Musiker Mischa Gohlke, der mit einer an Taubheit grenzenden Hörschädigung das Abitur auf einer Regelschule gemacht hat und an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater Kultur- und Medienmanagement studiert hat. Gohlke gründete 2006 eine Event- und Projektmanagementagentur und initiierte 2011 die deutschlandweit einmalige Initiative „Grenzen sind relativ“, die sich in zahlreichen Projekten und Veranstaltungen für eine inklusive, integrale und nachhaltige Gesellschaft einsetzte. Die körperbehinderte Anastasia Umrik hat eine Muskelerkrankung und besuchte zunächst eine Schule für Körperbehinderte, hat dann eine Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau bei OTTO absolviert, das Abitur nachgeholt und studiert zurzeit Soziale Arbeit. Sie ist Initiatorin des Fotoprojekts www.anderstark.de, in dem Frauen mit einer Muskelerkrankung auf außergewöhnliche Art und Weise fotografiert wurden. Außerdem ist sie Mitbegründerin des Designlabels „inkluwas“. Dritter in der Runde war Filmemacher Ron Paustian, der von einer psychischen Erkrankung betroffen ist. Paustian hat 2010 ein Online-Musikmagazin installiert, das sich insbesondere an gehandicapte Metal-Fans richtet. Außerdem bietet er im Rahmen seines Projekts „Inklusion Muss Laut Sein“ ein Begleitpersonen-Netzwerk an.

Im anschließenden Vortrag erläuterte Yvonne Vockerodt  Möglichkeiten und Wege, die Kommunikation und Beteiligung aller Gruppen in einer inklusiven Schule zu verbessern und zu stärken. Die Hamburger Erziehungswissenschaftlerin hat im Jahr 2000 die Agentur "kindersicht - Rat für Beteiligung" gegründet. Sie bietet Beratung, Redaktion, Fortbildung und Projekte zu Kinder- und Jugendpartizipation an und moderiert Partizipations- und Veränderungsprozesse. In einer zweiten Talkrunde am Vormittag diskutierten dann Antje Hachenberg vom Elternverein der Lebenshilfe Steinburg, der Behindertenbeauftragte der Landesregierung Prof. Ulrich Hase, Yvonne Vockerodt und Ministerin Britta Ernst darüber, wie Beteiligte und Betroffene die inklusive Schule noch besser mitgestalten können und welche noch vorhandenen Barrieren beseitigt werden müssen. Nach diesen zahlreichen Anregungen hatten die Teilnehmenden am Nachmittag Gelegenheit, sich in kleineren Runden auszutauschen. Dabei ging es auch um unterschiedliche Formen von Beteiligung und Mit-Entscheidung und welche Erfahrungen mit diesen Formen bereits gemacht wurden.

Das Thema Partizipation war übrigens auch bei der Gestaltung des kulturellen Rahmenprogramms vorherrschend: Die musikalische Eröffnung der Veranstaltung übernahm der gehörlose Musiker Mischa Gohlke und am Nachmittag trat der Chor "Spektakel" der Mürwiker Werkstätten auf.

 

Foto: Mit dabei war auch Heinrich Dippel, Gemeindevertreter aus Barsbüttel und Mitglied der Gruppe Inklusion in Südstormarn (Erste Reihe v.l.: Heinrich Dippel, Staatssekretär Dirk Loßack, Referentin Silke Schielberg, Bildungsministerin Britta Ernst)

Homepage: Martin Habersaat, MdL


Kommentare

Keine Kommentare
 
Präsentation Dorfentwicklungsprogramm

Gemeinsam was bewegen

SPD und Umwelt

image