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Anlaufprobleme bei G8 sind kein Argument gegen das Drei-Wege-Modell

Veröffentlicht am 07.03.2016, 18:00 Uhr     Druckversion

Foto: Martin Habersaat, MdL

Zur Presseberichterstattung ber die geringe Erfolgsquote beim Abitur an den G8-Gymnasien erklren die bildungspolitischen Sprecherinnen und Sprecher von SPD, Bndnis 90/ Die Grnen und SSW, Martin Habersaat, Anke Erdmann und Jette Waldinger-Thiering:

Es war und ist eine richtige Entscheidung, in Schleswig-Holstein drei Wege zum Abitur anzubieten: an den Gymnasien in der Regel nach acht Jahren, an den Gemeinschaftsschulen nach neun Jahren sowie an den beruflichen Gymnasien.

Das schafft die Voraussetzungen, die Bildungspotentiale der jungen Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner am besten auszuschpfen. Es ist bedauerlich, dass zurzeit nur 57 % der G8-Gymnasiasten das Abitur ohne Klassenwiederholung ablegen (an den frheren G9-Gymnasien lag der Prozentsatz bei 70 %).

Martin Habersaat: Dass der Abiturjahrgang 2016 nur etwa 50 % grer ist als der Abiturjahrgang 2015 und nicht wirklich ein doppelter Abiturjahrgang, liegt in erster Linie daran, dass nur an Gymnasien von G9 auf G8 gewechselt wurde, nicht aber an Gemeinschaftsschulen und beruflichen Gymnasien. Die Umstellung ist in Schleswig-Holstein nicht optimal gelungen, inzwischen haben sich die Gymnasien aber konzeptionell auf G8 eingestellt.

Anke Erdmann: Schleswig-Holstein hat sich den meisten anderen Bundeslndern erst 2008 angeschlossen. Warum die Erfahrungen aus anderen Bundeslndern so wenig Bercksichtigung fanden und die Einfhrung ziemlich unausgegoren daher kam, ist nicht nachzuvollziehen. Der Frage, inwieweit die Schlerinnen und Schler entlastet werden knnen und mssen, ist damals keine Beachtung geschenkt worden. Das spricht nicht gegen G8. Inzwischen ist der achte Jahrgang G8 am Start mit dem ersten Durchgang ist das nicht mehr zu vergleichen, an den meisten Schulen luft es inzwischen rund.

Jette Waldinger-Thiering: Der Bildungsdialog der vergangenen Jahre untersttzt unser Drei-Wege-Modell zum Abitur. Wir knnten den Gymnasien, Gemeinschaftsschulen und beruflichen Gymnasien nichts Schlimmeres antun, als jetzt in eine neue Schulstrukturdiskussion einzusteigen.

Die Bildungspolitikerinnen und Bildungspolitiker der Kstenkoalition stehen in einem stndigen Meinungsaustausch ber konkrete Manahmen zur Verbesserung der schulischen Bildung mit den legitimierten Vertreterinnen und Vertretern der Schler und der Eltern sowie den Lehrergewerkschaften und -verbnden, die ganz berwiegend eine erneute Diskussion um die Wiedereinfhrung von G9 an Gymnasien ablehnen.

Homepage: Martin Habersaat, MdL


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