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Vom schwierigen Umgang mit der Vergangenheit

Veröffentlicht am 05.05.2015, 21:05 Uhr     Druckversion

Stormarn liest ein Buch - Glinde 2015

Martin Habersaat bei „Stormarn liest ein Buch“

Jennifer Teege stellt als erwachsene Frau fest, dass ihr Großvater der KZ-Kommandant Amon Göth war. Um die Aufarbeitung ihrer Familiengeschichte, das Verhältniss zur Mutter, zur Großmutter und wiederum dieser beiden zu Amon Göth geht es in der Autobiografie „Amon. Mein Großvater hätte mich erschossen“, die 2015 im Mittelpunkt von „Der Kreis Stormarn liest ein Buch“ steht.

 Wie aber sind unsere eigenen Familien mit ihren Geschichten umgegangen? Wie war das mit dem Wunsch nach dem „Schlussstrich“ in Deutschland? Und warum hatte Schleswig-Holstein eine besondere Rolle in der Nicht-Aufarbeitung der NS-Vergangenheit? Diesen und ähnlichen Fragen ging Martin Habersaat auf Einladung der SPD Glinde mit mehr als 30 Gästen im Bürgerhaus nach.

Neben die Biografie Teeges stellte Habersaat, der bis zu seinem Einzug in den Landtag unter anderem Deutsch und Geschichte an einem Hamburger Gymnasium unterrichtete, beispielsweise Schüleraufsätze aus dem Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten vor, die sich mit den Fällen Werner Heyde und Kurt Borm befassen. Werner Heyde, verantwortlich für das nationalsozialistische „Euthanasie“-Programm, konnte nach Kriegsende unter dem Namen Savade mit dem Wissen Vieler in Flensburg als Gerichtsgutachter tätig sein. Sein Gehilfe Kurt Borm praktizierte unter richtigem Namen in Uetersen. 1972 stellte ein Gericht fest, er habe Beihilfe zur Tötung von mindestens 6652 Menschen geleistet. Freigesprochen wurde er trotzdem. Weil ihm die Schuldhaftigkeit seines Tuns - schließlich war er überzeugter Nationalsozialist - nicht bewusst gewesen sei.

Thema war auch ein junger Schulsprecher namens Uwe Barschel, der 1963 von seinem Geschichtslehrer Heinrich Kock dazu gebracht wurde, den Hitler-Nachfolger und Admiral Karl Dönitz in die Aula des Geesthachter Gymnasiums einzuladen. Ein Vorfall, über den auch der Spiegel unter der Überschrift „Drei Kameraden“ berichtete: „Aus grauem Winterhimmel stieß Seeadler Dönitz auf die Kleinstadt Geesthacht bei Hamburg nieder. Sein Flügelschlag im Städtischen Gymnasium weckte die Erinnerung an das sündige Gestern…“

Anlass genug für viele persönliche Reflexionen und Fragen an den Umgang mit der Geschichte. Martin Habersaat: „Auch wenn heutige Generationen nicht für die Taten ihrer Vorfahren verantwortlich sind, gibt es doch eine besondere deutsche Verantwortung. Und auch wenn das Thema auf vielen Kanälen präsent ist - einen Schlussstrich unter die NS-Vergangenheit wird es nicht geben, nicht geben können.“ Der schleswig-holsteinische Landtag hat erst in dieser Legislaturperiode eine „Geschichtswissenschaftliche Aufarbeitung der personellen und strukturellen Kontinuitäten in der schleswig-holsteinischen Legislative und Exekutive“ in Auftrag gegeben.

 

Martin Habersaat wird aus diesen Texten noch zweimal vorlesen und sie zur Diskussion stellen:

 

11. Mai, 19.00 Uhr, Barsbüttel Bürgerhaus Barsbüttel, Soltausredder 20 Veranstalter: Verein Bürgerhaus Barsbüttel

 

13. Mai, 19.00 Uhr, Wentorf Alte Schule, 1. Stock, Teichstraße 1

 

 

Links:

 

Spiegel, „Drei Kameraden“:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45142362.html

 

"Skandale in Schleswig-Holstein", Schüleraufsätze:

http://www.uetersen-geschichte.de/index.php?id=50

 

Landtagsantrag:

http://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl18/drucks/1100/drucksache-18-1144.pdf

 

Homepage: Martin Habersaat, MdL


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