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Schulgesetzentwurf vorgestellt

Veröffentlicht am 28.05.2013, 20:32 Uhr     Druckversion

Foto: Wara Wende

Zweigliedrige Schulstruktur mit Gemeinschaftsschulen und Gymnasien
Bildungsministerin Prof. Dr. Waltraud Wende hat den Referentenentwurf für das neue Schulgesetz vorgestellt. „Wir stellen damit wichtige Weichen: Für mehr Bildungsgerechtigkeit im Schulsystem und für mehr längeres gemeinsames Lernen. Das macht mich stolz“, sagte sie.

Zum ersten Mal sei in den vergangenen Monaten mit dem erfolgreichen Bildungsdialog auch das Versprechen eingelöst worden, frühzeitig alle an Bildung beteiligen Gruppen in diesen Prozess einzubeziehen. Martin Habersaat, der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, dankte der Ministerin und ihrem Team für die Vorlage. Noch nie sei eine Schulgesetzänderung so gut vorbereitet worden wie diese.  

 

„Nach der Einbringung des Kabinettsentwurfs im Herbst werden wir im Parlament diesen Kurs des Dialogs fortführen und in der schriftlichen und mündlichen Anhörung den Verbänden und Einrichtungen Gelegenheit geben, weitere Vorschläge zum wichtigsten Gesetz im Bildungsbereich zu machen“, kündigte Habersaat an. Leitgedanken seien mehr gemeinsames Lernen, weniger Aussortieren und das Ziel, allen Jugendlichen zu einem Abschluss zu verhelfen. „In dem Entwurf haben sich nicht nur die Debatten der Bildungspolitiker und der Experten im Ministerium niedergeschlagen, sondern auch die Beiträge, die viele hundert Menschen in unserem Land auf den beiden Bildungskonferenzen und in den aus ihnen hervorgegangenen Arbeitsgruppen geleistet haben.“

 

Kernelement der Schulgesetz-Änderungen ist die Einführung der zweigliedrigen Schulstruktur mit Gemeinschaftsschulen und Gymnasien. Ziel der Schulgesetz-Änderung ist es, jedem Kind, unabhängig von seiner sozialen Herkunft, eine faire Chance auf einen bestmöglichen Schulabschluss zu ermöglichen.

 

Die wichtigsten neuen Regelungen im Einzelnen:          

Gymnasien

An den Gymnasien wird in der Regel nach acht Jahren das Abitur erworben (G8); die im Schuljahr 2014/15 bereits bestehenden Gymnasien mit einem neunjährigen Bildungsgang oder einem acht- und neunjährigen Bildungsgang (das sogenannte Y-Modell) können fortgeführt werden.

Gemeinschaftsschulen

An den Gemeinschaftsschulen können drei Bildungsabschlüsse erworben werden: die ’Berufsbildungsreife’ nach neun Jahren, der ’Mittlere Abschluss’ nach zehn Jahren und das ’Abitur’ nach 13 Jahren (G9).

Regionalschulen

Alle bestehenden Regionalschulen mit mindestens 240 Schülerinnen und Schülern werden zum 1. August 2014 in Gemeinschaftsschulen umgewandelt.

Kooperationen

Da nicht alle Gemeinschaftsschulen eine eigene Oberstufe haben, können Schulen ohne eigene Oberstufe Kooperationen mit allgemein bildenden Schulen mit eigener Oberstufe und/ oder Beruflichen Gymnasien eingehen. Diese Kooperationen gewährleisten, dass die Schülerinnen und Schüler bereits mit dem Wechsel von der Grundschule in die weiterführende Schule 'ihre' Oberstufe kennen. Zudem haben die Schülerinnen und Schüler - wenn sie die schulischen Leistungsvoraussetzungen erfüllen - damit auch eine Rechtsgarantie für den Besuch dieser Oberstufen. „Das bedeutet: Wenn die Schulträger von dieser Kooperationsmöglichkeit stark Gebrauch machen -, können kurz- bis mittelfristig nahezu alle weiterführenden Schulen im Land ihren Schülerinnen und Schülern de facto eine Oberstufe anbieten“, sagte die Bildungsministerin.

Abschlussbezogenen Klassenverbände

Abschlussbezogene Klassenverbände gibt es zukünftig nur noch an den Gymnasien. An den Gemeinschaftsschulen wird es mit Ausnahme der 'flexiblen Übergangsphase' keine abschlussbezogenen Klassenverbände mehr geben. Der Unterricht findet hier in binnendifferenzierender Form statt. Ab der Jahrgangsstufe 7 ist es allerdings möglich, die Lerngruppen nach Leistungsfähigkeit und Neigung der Schülerinnen und Schüler zu differenzieren.

Abschlüsse

An die Stelle des ´Hauptschulabschlusses´ tritt die Bezeichnung ´Berufsbildungsreife´, an die Stelle des ´Realschulabschlusses´ die Bezeichnung ´Mittlerer Schulabschluss´.

 

Waltraud Wende freut sich: „Der Entwurf mit seinen Änderungen wird schon jetzt von vielen getragen. Gute Bildungspolitik braucht diesen Konsens.“ Dafür bedankte sie sich noch einmal ausdrücklich bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Bildungsdialogs. Der Referentenentwurf wurde vom Kabinett beraten und befürwortet. Jetzt nehmen die beteiligten Verbände in einer Anhörung Stellung. Im September ist die zweite Kabinettsbefassung geplant. Das Schulgesetz soll zum Schuljahr 2014/15 wirksam werden.

Homepage: Martin Habersaat, MdL


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