SPD-Tangstedt

Standort: Startseite
Für uns im Landtag

image

SPD-Fraktion im Landtag

Für uns im Bundestag

SPD-Fraktion im Bundestag

Für uns in Europa

SPD-Fraktion in Europa

image

QR-Code

Rezension: Mario Vargas Llosa - Der Traum des Kelten

Veröffentlicht am 13.08.2012, 18:05 Uhr     Druckversion

Cover: Der Traum des Kelten Bücher führen den Leser in fremde Welten und erweitern den Horizont. Und wie: In diesem Fall schreibt ein peruanischer Autor über einen irischen Diplomaten, der im Auftrag Großbritanniens im Kongo und in Peru war und als irischer Freiheitskämpfer das Kaiserreich Deutschland besuchte. Und um es vorwegzunehmen - mein Horizont hat sich erweitert. Mario Vargas Llosa, peruanischer Schriftsteller, 1936 geboren und 2010 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet,

schildert in „Der Traum des Kelten“ aus dem Jahr 2010 das Leben von Roger Casement, den es tatsächlich gab und der 1916 knapp 52jährig in London wegen Hochverrats gehängt wurde. Grundlage sind die Berichte und Tagebücher Casements. Die Authentizität der Tagebücher ist umstritten, Llosa findet meines Erachtens eine Variante, die wahr sein könnte.

Der Roman schildert die letzten Tage Casements, in denen er die Stationen seines Lebens Revue passieren lässt. Ab 1892 war Casement häufig in Afrika, deckte als britischer Konsul die Gräueltaten der Belgier in ihrer Kolonie Kongo auf, in der Eingeborene mit Gewalt zur Kautschukernte gezwungen wurden. Der Bericht sorgt weltweit für Aufsehen, Casement wird für seine Verdienste um den Kongo zum Ritter geschlagen. Jahre später wird Casement in das peruanische Amazonasgebiet entsandt, wieder geht es um Vorwürfe gegen die Kautschukindustrie, diesmal gegen ein britisches Unternehmen, dessen Schergen ganze Indio-Stämme ausrotten. Und wieder sorgt sein Bericht für Aufsehen.

Der Kampf gegen den Kolonialismus in Afrika und Südamerika weckt den Funken des Widerstands in Casement: Er sieht seine Heimat Irland als Opfer des englischen Kolonialismus und setzt sich für Irlands Unabhängigkeit ein. Schließlich schreckt er nicht einmal vor einem Pakt mit den Deutschen zurück, die den Ersten Weltkrieg vorbereiten. Casements Aktivitäten werden entdeckt, ihm wird der Prozess gemacht. Seinen guten Ruf in der Welt, der die Verhängung der Todesstrafe unpopulär machen würde, versucht die Regierung zu erschüttern, indem sie seine Tagebücher veröffentlicht. Aus diesen gehen Casements homosexuellen Neigungen hervor - damals noch, wenn in die Praxis umgesetzt, ein Straftatbestand und im katholischen Irland noch problematischer.

MH, August 2012



Der Spiegel befindet: „Meisterhaft zeichnet Vargas Llosa den Traum des Kelten Casement von einer freien, gerechten Welt in all seinen inneren und äußeren Kämpfen nach.“

Vargas Llosa: „Am Anfang war mein Buch gar kein literarisches Projekt, es speiste sich aus dem Interesse an einer historischen Figur. Erst nach und nach, als ich das Material zusammentrug und Notizen zu machen begann, spürte ich, dass darin der Stoff für einen Roman steckte.“

Homepage: Martin Habersaat, MdL


Kommentare

Keine Kommentare
 
Präsentation Dorfentwicklungsprogramm

Gemeinsam was bewegen

SPD und Umwelt

image