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Bildungspolitik in Norddeutschland

Veröffentlicht am 05.03.2012, 23:08 Uhr     Druckversion

Foto: Senator Ties Rabe Senator Ties Rabe bei der IHK in Kiel

„Wie können Qualität und Vergleichbarkeit im Schulsystem verbessert werden?“ – So lautete der Titel eines Vortrags, zu dem Ties Rabe, der Hamburger Senator für Schule und Berufsbildung und Präsident der Kulturministerkonferenz (KMK) 2012, zum „Bildungssymposium 2012“ der IHK Nord nach Kiel eingeladen war. IHK-Präsident Klaus-Hinrich Vater hatte in seiner Begrüßung schon wesentliche Erkenntnisse vorangestellt:„Es wird zu wenig und an den falschen Stellen in Bildung investiert, es fehlt Geld in der frühkindlichen Bildung.“ Hier konnte der ebenfalls anwesende Martin Habersaat, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, nur nicken.

Thies Rabe stellte seinen Ausführungen drei grundsätzliche Überlegungen voran: Erstens sei Bildung nicht nur für Wirtschaft wichtig, sondern auch für den Menschen. Zweitens steige der Anspruch an Bildungsabschlüsse, da viele gering-qualifizierte Berufe durch technische Innovationen und die Globalisierung entfallen seien. Und drittens sinke in Deutschland die Zahl der Schülerinnen und Schüler; gerade der Mittelstand bekomme weniger Kinder. Rabe: „Unser Nachwuchs wird nur reichen, wenn jede und jeder eine Chance bekommt!“ Vor diesem Hintergrund stellte Rabe vier Handlungsfelder für die Verbesserung von Qualität und Vergleichbarkeit des Schulsystems vor:

1. Schulstruktur
„Viel Stress – wenig Erfolg“ – So fasste der Senator die Debatten um die Schulstruktur, auch und gerade in Hamburg, zusammen. Er riet, diese zu beenden, zumal sich Deutschlandweit ein deutlicher Trend abzeichne: Es gibt die Grundschulen, und danach geht es auf zwei Wegen weiter, mit den Gymnasien und mit einer zweiten weiterführenden Schulform.
Martin Habersaat: „In Schleswig-Holstein schlägt die SPD vor, neben G8-Gymnasien flächendeckend Gemeinschaftsschulen einzurichten. Das entspräche dem Hamburger System.“

2. Ganztagsschule
Selbst die Handelskammern fordern heute die Einrichtung von Ganztagsschulen. In diesem Feld könne man viel für Schülerinnen und Schülern tun, so Rabe, der die Einführung eines Betreuungsgeldes für falsch hält. Aber: „Ganztagsschule bringt nur bessere Bildung, wenn man sie richtig macht.“

3. Übergang Schule / Beruf
Rabe beklagte, dass es oft zu viele Institutionen gebe, die sich um den Übergang der Schülerinnen und Schüler in den Beruf kümmern, beispielsweise die Berufsschulen, die Arbeitsagentur und die Jugendämter. Er riet, die unterschiedlichen Angebote zusammenzufassen und fand: „Wenn ein Schüler wegen Problemen in der Schule noch nicht ausbildungsreif ist, hilft es selten, ihn ein Jahr länger zur Schule zu schicken.“ Begleitete Praktika seien der bessere Weg, hier seien auch IHKs und Ausbildungsbetriebe gefordert.

4. Lehrerinnen und Lehrer
Rabe berichtete von einem Experiment in Schweden: In eine der schlechtesten Klassen des Landes seien die besten Lehrerinnen und Lehrer gesteckt worden. Resultat: Aus ihr wurde eine der besten Abschlussklassen des Landes. Bildungserfolg hängt also stark von den Lehrerinnen und Lehrern ab. Diese brauchen für ihre Arbeit Bedingungen, die der Bedeutung der Aufgabe entsprechen.
In Hamburg unterrichten an den Grundschulen nur 12 Prozent männlicher Lehrer. Und das ist noch viel im Bundesvergleich. Im Interesse der Bildungsleistungen besonders von Jungen müsse dieser Anteil gesteigert werden. Einen weiteren Weg sieht Rabe in der Rückmeldung für das Lehrpersonal: Durch Kollegen, durch Schülerinnen und Schüler und durch den sogenannten „Schul-TÜV“. Rabe: „Hier war Schleswig-Holstein ein Vorbild.“ Martin Habersaat: „Was der Senator aus Höflichkeit verschwieg, ist, dass die amtierende Landesregierung diesen Schul-TÜV als eine ihrer ersten Amtshandlungen abgeschafft hat.“


Homepage: Martin Habersaat, MdL


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