SPD-Tangstedt

Standort: Startseite
F√ľr uns im Landtag

image

SPD-Fraktion im Landtag

F√ľr uns im Bundestag

SPD-Fraktion im Bundestag

F√ľr uns in Europa

SPD-Fraktion in Europa

image

QR-Code

Mehr Studierende ¬Ė mehr Chancen!

Veröffentlicht am 22.02.2012, 18:40 Uhr     Druckversion

Foto: Martin Habersaat, MdL Landtagsrede in der Aktuellen Stunde am 22. Februar 2012
[Rede frei gehalten, daher Abweichungen vom Entwurf]
Die Kultusministerkonferenz hat ihre Prognose f√ľr die Studienanf√§ngerzahlen fortgeschrieben und nach oben korrigiert. Die Gr√ľnde daf√ľr sind nicht √ľberraschend. Es ist positiv, dass sich mehr junge Menschen als in der Vergangenheit und als vorausgesagt auf einen Weg im allgemein bildenden und beruflichen Schulsystem gemacht haben,


der zur allgemeinen oder zur Fachhochschulreife f√ľhrt.

Dazu kommt als weiterer Faktor besonders die Aussetzung der Wehrpflicht; Studium statt Stahlhelm ist die bessere Alternative. Und dazu kommen in Schleswig-Holstein und anderen Ländern die doppelten Abiturjahrgänge.

F√ľr Schleswig-Holstein bedeutet das konkret, dass wir bis 2025 jedes Jahr zwischen 10.000 und 12.300 Studienanf√§nger an unseren Hochschulen begr√ľ√üen werden. Der Gipfelpunkt wird dabei 2016 wegen des doppelten Abiturjahrgangs erreicht sein, danach gehen die Zahlen leicht zur√ľck. Au√üer im laufenden Jahr bedeutet das gegen√ľber der Prognose von 2009 j√§hrlich zwischen 100 und 1.700 Studienanf√§ngern zus√§tzlich.
Wir sollten dies nicht mit Wörtern wie Studierendenschwemme oder Sintflut oder dergleichen abtun. Schleswig-Holstein hat zu wenige Fachkräfte mit Hochschulqualifikation. Also sollten wir die Lage als Chance begreifen, die gestaltet werden muss.

Dazu kommt nur noch ein zweiter Faktor, der unsere Hochschulen teurer machen wird, aber ohne dass sich dadurch die Lehre qualitativ oder quantitativ irgendwie verbessern wird: Das Bundesverfassungsgericht hat zum Thema der Professorenbesoldung ein Urteil gesprochen, das alle Bundesländer betrifft und das im Landeshaushalt einen zweistelligen Millionenbetrag auslösen könnte.
Zwar liegt Schleswig-Holstein bei der Professorenbesoldung nach den Zahlen des Deutschen Hochschulverbandes keineswegs besonders weit hinten, aber wir werden nicht nur bei der Besoldungsstufe W2 Geld in die Hand nehmen m√ľssen, sondern wegen des Abstandsgebotes auch bei W3 und W1.

Wir setzen hier auf eine intensivere finanzielle Beteiligung des Bundes. Der Hochschulpakt, der Pakt f√ľr Forschung und Entwicklung und die Exzellenzinitiative werden in der n√§chsten Legislaturperiode auslaufen. Dann brauchen wir eine verl√§ssliche Beteiligung des Bundes.
Gute Ausbildung in der Breite und Spitzenleistungen in Wissenschaft und Forschung werden nur möglich sein, wenn es uns gelingt, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Dazu gehört auch, die deutschen Hochschulausgaben mindestens auf den OECD-Schnitt (1,5% des BIP, D: 1,2%) zu bringen.

Wenn der Bund sich nach Abschaffung des Kooperationsverbots, in dieser Forderung sind wir uns hier ja einig, dann an einer auskömmlichen Grundfinanzierung beteiligt, dann können Kanzlerin und Minister_innen von mir aus reihum jährlich mit einem neuen Ehrendoktor ausgestattet werden.
Die meisten Hochschulen sind auf einem guten Weg, was die Einwerbung zus√§tzlicher Mittel anbelangt. Nat√ľrlich haben die technisch-naturwissenschaftlichen Fachbereiche mehr M√∂glichkeiten als die Geisteswissenschaften, Drittmittel seitens der Wirtschaft einzuwerben. Aber man darf ja nicht √ľbersehen, dass auch die Forschungsinstitutionen ziemlich gewaltige Summen bewegen. Allein die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat einen Jahresumsatz von ca. 2,3 Milliarden Euro.

Seit Mitte der 90er Jahre ist in Deutschland der Drittmittelanteil von 11% auf 20% angewachsen. Das f√ľhrt zu Verschiebungen, die teilweise zu Lasten der Lehre gehen.

Wir m√ľssen die Unterfinanzierung √ľberwinden und verl√§ssliche Finanzstrukturen schaffen. Ein Hoffen auf den demografischen Wandel reicht nicht, weil wir die Zahl der Hochschulabsolventen steigern wollen.

Ich m√∂chte bei dieser Gelegenheit einige Dinge erneut betonen, die f√ľr uns nicht als L√∂sungswege in Frage kommen:

Ein unter Zwang vorgelegtes Hochschulkonzept der Landesregierung, das nach einem Jahr schon wieder Makulatur ist.

Die von Schwarz-Gelb erst spät verworfene Überlegung, im Rahmen des Hochschulpaktes neue Studienplätze an andere Bundesländer abzutreten.
Wir werden nicht von unserer √úberzeugung abgehen, dass die Ausbildung bis zum ersten Studienabschluss einschlie√ülich Master geb√ľhrenfrei sein soll.

Der bundesweite Zug in Richtung Studiengeb√ľhren rollt mittlerweile mit Volldampf zur√ľck, und das ist auch gut so.

Wir wollen keine Hochschulen schlie√üen, auch nicht in Flensburg und L√ľbeck.

Und wir wollen eigentlich keinen Wissenschaftsminister, der im Bildungsausschuss √∂fter fehlt als er anwesend ist und dessen Partei sich dem Dialog mit den Hochschulen im eigens daf√ľr geschaffenen Gremium konsequent verweigert.

Homepage: Martin Habersaat, MdL


Kommentare

Keine Kommentare
 
Präsentation Dorfentwicklungsprogramm

Gemeinsam was bewegen

SPD und Umwelt

image