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Rezension: Skandale in Schleswig-Holstein

Veröffentlicht am 16.07.2013, 17:16 Uhr     Druckversion

Cover: Skandale in S-H

„Schleswig-Holstein stellt fest, dass es in Deutschland nie einen Nationalsozialismus gegeben hat.“  Mit diesen Worten kritisierte der spätere SPD-Fraktionsvorsitzende Wilhelm Käber 1951 das „Gesetz zur Beendigung der Entnazifizierung“. Damit wurde ein Schlussstrich unter die NS-Vergangenheit gezogen von einer Regierung des Ministerpräsidenten Walter Bartram (CDU),

 

 

in der mit Ausnahme von Innenminister Paul Pagel (ebenfalls CDU) alle Mitglieder  auf eine Vergangenheit in der einen oder anderen NS-Organisation zurückblicken konnten.

Nachzulesen sind diese und andere Begebenheiten in dem Band „Skandale in Schleswig-Holstein. Beiträge zum Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten.“ Und offenbar hat Schleswig-Holstein in dieser Hinsicht einiges zu bieten. In dem Band finden sich fünf ausgewählte Beiträge des Wettbewerbs aus dem Jahr 2010. Vier davon befassen sich mit der eigentümlichen Art und Weise, in der Schleswig-Holstein mit Akteuren des Nationalsozialismus umging.

Da wird ein junger Schulsprecher namens Uwe Barschel von seinem Geschichtslehrer Heinrich Kock, seines Zeichens CDU-Landtagsabgeordneter a.D., dazu gebracht, den ehemaligen Regierungschef und Admiral des dritten deutschen Reiches Karl Dönitz in die Aula des Geesthachter Gymnasiums einzuladen. Da bejubelt die Bergedorfer Zeitung den unkritischen Umgang mit Dönitz als vorbildlichen Geschichtsunterricht. Da kann der „Euthanasie-Arzt“ Werner Heyde unter dem Namen Savade mit dem Wissen vieler in Flensburg als Gerichtsgutachter tätig sein. Da kann Savades Gehilfe Kurt Borm unter richtigem Namen in Uetersen praktizieren. Da stellt ein Gericht 1972 fest, Borm habe Beihilfe zur Tötung von mindestens 6652 Menschen geleistet, spricht ihn aber dennoch frei, weil ihm die Schuldhaftigkeit seines Tuns - schließlich war er überzeugter Nazi - nicht bewusst war. Und da ging so manches andere, was heute kaum noch vorstellbar ist. [Sogar ein Mann wie Hans-Adolf Asbach durfte in Schleswig-Holstein Sozialminister sein].

Aufbereitet wurde dies von Schülerinnen und Schülern, allein oder im Team. Lesenswert ist dieser Band allemal. Und er reizt zu weiterer Recherche.

 

Link zum Spiegel-Artikel „Drei Kameraden“:

„Aus grauem Winterhimmel stieß Seeadler Dönitz auf die Kleinstadt Geesthacht bei Hamburg nieder. Sein Flügelschlag im Städtischen Gymnasium weckte die Erinnerung an das sündige Gestern…“

 

 

 

Homepage: Martin Habersaat, MdL


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