tatwerk reinbek

Veröffentlicht am 02.09.2019, 21:47 Uhr     Druckversion

Martin Habersaat und Gabriela Will

Besuch bei der betrieblichen Werkstatt für beeinträchtigte Menschen in der Halskestraße 4:

 

Seit acht Jahren gibt es das tatwerk in Reinbek. Menschen mit seelischer Beeinträchtigung bekommen hier die Chance, ihr Gleichgewicht wieder zu erlangen und ihre Rückkehr in den allgemeinen Arbeitsmarkt oder die Aufnahme einer Ausbildung vorzubereiten. Betriebsstättenleiterin ist seit Beginn Gabriela Will. Sie ist stolz darauf, mit ihrem engagierten Team in positiver Atmosphäre 30 Werkstatt-Arbeitsplätze in zurzeit sieben unterschiedlichen Bereichen, darunter eine Holzwerkstatt, die beispielsweise einen aus Palettenholz gefertigten Standkorb im Angebot hat, Hauswirtschaft sowie Montage und Verpackung, anbieten zu können. Das tatwerk kooperiert dabei mit unterschiedlichen Partnern aus Industrie und Wirtschaft, gemeinsam unter einem Dach beispielsweise mit dem Start-up-Unternehmen Rewu. Bei einem Besuch vor Ort informierte sich der Reinbeker Landtagsabgeordnete Martin Habersaat über die Arbeit des tatwerks, aber auch über aktuelle Sorgen und Herausforderungen.

 

Eine handhabbare Herausforderung beispielsweise ist das neue Bundesteilhabegesetz. Mit diesem will die Bundesregierung Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen fördern. Da durch dieses Gesetz in unterschiedlichen Stufen neue Regelungen in Kraft treten, das nächste Mal am 1. Januar 2020, neigen die Kostenträger (für die Reha-Phase die Agentur für Arbeit und die Deutsche Rentenversicherung, für evtl. anschließende Werkstattarbeitsplätze der Sozialhilfeträger) derzeit eher zu kurzfristigen Bewilligungszeiträumen. Größere Sorgen bereitet die Rehabilitationsstätte selbst: In den vergangenen acht Jahren hat das Team des tatwerk Gebäude und Grundstück, zu dem auch ein großer Obstgarten und ein kleiner Wald gehören, liebevoll für die eigenen Zwecke hergerichtet. „Gerade die Möglichkeit, auch einmal im Grünen Ruhe schöpfen zu können, ist für unsere Klienten sehr wichtig“, berichtet Gabriela Will. Auch das kleine gastronomische Angebot könne nur mit entsprechenden Räumlichkeiten funktionieren. Nun möchte der Vermieter Grundstück und Gebäude jedoch verkaufen und es besteht die Sorge, dass die neuen Eigentümer einen Abriss und Neubau für eigene Zwecke bevorzugen.

 

Das tatwerk ist eine Betriebsstätte der Stormarner Werkstätten Ahrensburg in Trägerschaft der Norddeutschen Gesellschaft für Diakonie. Martin Habersaat: „Ich kann verstehen, dass die Diakonie das Gelände nicht einfach selbst kaufen kann, es wäre aber für die hier arbeitenden Menschen und für Stadt und Kreis anzustreben, das tatwerk genau hier zu erhalten.“ Versprechen konnte der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion allerdings nur, bei der Suche nach Lösungsmöglichkeiten zu helfen. „Einrichtungen wie das tatwerk unterstützen Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen ganz konkret auf ihrem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben. Sie wirken aber auch daran mit, diesen Menschen eine Lobby zu verschaffen“, so Habersaat.

 

Link:

http://www.tatwerk-reinbek.de/de/startseite/




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