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Illegale Fischerei stoppen

Veröffentlicht am 07.05.2015, 11:21 Uhr     Druckversion

L. Willnegger, D. Smith, U. Rodust, C. Zucco (Foto: WWF)

Die illegale, nicht gemeldete und unregulierte Fischerei (IUU-Fischerei) richtet erhebliche Schäden an den marinen Lebensräumen an. Sie verhindert die nachhaltige Bewirtschaftung der Fischbestände und kostet die Weltwirtschaft mehrere Milliarden Euro jährlich. Das wurde bei einem Expertengespräch deutlich, das auf Initiative der schleswig-holsteinischen SPD-Europaabgeordneten Ulrike Rodust am Mittwoch in Brüssel stattfand.

Für die fischereipolitische Koordinatorin der sozialdemokratischen Fraktion im Europäischen Parlament ist der weltweite Kampf gegen IUU-Fischerei eine der zentralen Herausforderungen europäischer Fischereipolitik: „Für ehrliche Fischer schafft die IUU-Fischerei unfaire Wettbewerbsbedingungen und bedeutet eine Gefährdung ihrer Erwerbsgrundlage. Sie verzerrt die wissenschaftliche Bewertungsgrundlage für die Bestimmung von Fangmöglichkeiten der EU-Flotte in Drittstaaten und insbesondere in ärmeren Küstenstaaten bedroht sie die Ernährungssicherheit“, erläutert Rodust.

Rodust ist es wichtig, illegale Fischerei nicht nur als Umweltkriminalität anzusehen und auch im Europäischen Parlament ausschussübergreifend zu bearbeiten: „Die IUU-Fischerei entzieht sich jeglichem internationalem Arbeits- und Menschenrecht – immer wieder kommt es auf IUU-Schiffen zu Fällen von Zwangsarbeit.“ Ihr Fraktionskollege, der Entwicklungspolitiker Arne Lietz teilt diese Meinung:  „Die illegale Überfischung vor den afrikanischen Küsten führt sowohl zur Lebensmittelknappheit, als auch zur Arbeitslosigkeit in der Fischerei und dem weiterverarbeitenden Sektor vor Ort. Sie trägt damit dazu bei, dass sich viele Menschen aus den Regionen aus Perspektivlosigkeit auf den Weg nach Europa machen und mit unter den zu beklagenden Opfern im Mittelmeer sind.“

Die Bekämpfung der illegalen Fischerei muss deshalb Bestandteil aller Fischereipartnerschaftsabkommen, aller Handelspolitischen Vereinbarungen und der Entwicklungszusammenarbeit sein, sind sich Rodust und Lietz einig.

Die EU-Kommission geht davon aus, dass fast ein Fünftel des weltweiten Fischfangs auf illegale Fischerei zurückgeht. Als weltweit größter Markt für Fischereierzeugnisse hat die EU eine besondere Verantwortung, sich entschlossen gegen illegale Fischerei zu stellen, wie Rodust betont: „Die EU importiert bis zu 60 Prozent ihrer Fischereiprodukte, deshalb haben wir uns bei der Fischereireform, die seit dem vergangen Jahr in Kraft ist, auch verpflichtet, weltweit für eine nachhaltige Fischerei einzutreten und verstärkt gegen IUU vorzugehen.“

Rodust und Lietz fordern deshalb, die seit 2010 geltende IUU-Verordnung der EU umzusetzen und zu schauen, ob die Mitgliedstaaten hier ihren Verpflichtungen nachkommen. „Außerdem müssen wir erfassen, in wieweit Überwachungs-, Inspektions- und Durchsetzungsregelungen für die Bekämpfung von IUU-Fangtätigkeiten verschärft werden müssen.“

Homepage: Ulrike Rodust, MdEP


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