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„Die Post bleibt in der Pflicht: gegenüber Kunden und Beschäftigten“

Veröffentlicht am 21.11.2017, 19:52 Uhr     Druckversion

Rossmann (SPD) trifft sich mit Arbeitnehmervertretern des Gelben Riesen

„Milliardengewinne auf dem Rücken von Beschäftigten und durch Verschlechterung der Post-Dienstleistungen – das ist der falsche Weg.“ Darin waren sich jetzt Vertreter der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di, Post-Betriebsräte und der Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Ernst Dieter Rossmann einig.

 

Rossmann hatte die Arbeitnehmervertreter eingeladen, um sich über die Situation beim Unternehmen zu informieren und die Sicht der Belegschaft auf die Entwicklungen bei der Brief- und Paketversorgung zu erfahren. „Uns geht es natürlich darum, dass das Unternehmen gut läuft“, machten die Betriebsräte Uwe Gier und Jens Ohlsen-Ortmann von der Post-Niederlassung Brief in Kiel deutlich, die auch für den Kreis Pinneberg zuständig ist.  So habe man etwa konkrete Vorschläge gemacht, wie verlorene Aufträge zurückgeholt werden könnten.  

 

Auch Ver.di-Fachbereichsleiter Lars-Uwe Rieck ließ auf die Identifikation der Mitarbeiter mit der Post nichts kommen. „Allerdings werden ihnen Engagement und Einsatz nicht immer vergolten. So ist zum Beispiel die riesige Zahl von befristeten Arbeitsverträgen scharf zu kritisieren.“ Immer wieder folge für viele Kolleginnen und Kollegen auf eine Befristung eine weitere und noch eine weitere. „Für Lebens- und Familienplanung der Betroffenen ist das eine Katastrophe“, fand auch Ernst Dieter Rossmann, der darauf hinwies, dass die SPD sich für eine Abschaffung sachgrundloser Befristungen einsetzt. Er habe den Verdacht, dass die Post darauf spekuliere, einen Teil ihrer Briefpostboten irgendwann in den Unternehmensbereich Paketdienstleistungen überführen zu können, weil es noch schwieriger sei, hierfür Personal zu finden als für die Briefpost. Der SPD-Mann war in den vergangenen Wochen immer wieder von Bürgern angesprochen worden, die die mangelhafte Briefzustellung beklagten. „Dabei hat sich aber keiner über die Arbeit seiner Postbotin oder seines Postboten beschwert“, so Rossmann. „Die Postkunden wissen genau, unter welchen Belastungen und unter welchem Stress die Kollegen arbeiten.“

 

Rieck bestätigte die Befürchtung, dass das Unternehmen bei seinen allmählich spürbar werdenden strukturellen Entscheidungen vor allem auch auf die Aktienkurse schiele. „Die traditionelle Briefbeförderung ist dem Unternehmen angesichts eines angestrebten Milliardengewinns wegen zu schmaler Gewinne nicht mehr wichtig. Es locken die Gewinnmargen aus der Paketauslieferung.“

 

Vor diesem Hintergrund warnte Rossmann vor den Folgen, die ein Verkauf der letzten Bundesanteile am Unternehmen hätte: „Damit ginge jeder korrigierende Einfluss auf das Unternehmen verloren.“ Das Gleiche gelte für den Vorschlag, das Mehrwertsteuerprivileg für die Briefpost abzuschaffen. Rossmann: „Dann ist die Post ganz schnell raus aus der Vereinbarung über die Dienstleistungsverpflichtung. Die fünf- oder sechstägliche Briefauslieferung für uns Postkunden ist dann Vergangenheit.“ Es sei daher gut und richtig, wenn sich die Postkunden gegenüber Politikern und auch gegenüber dem Postkonzern für ihre Rechte als Verbraucher und die tägliche Briefzustellung stark machten. „Wenn Beschäftigte und Kunden am selben Strang ziehen, können an Ende beide profitieren“, macht Rossmann deutlich.

Homepage: SPD-Pinneberg


 
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