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„Jede Hand zählt“

Veröffentlicht am 30.10.2017, 21:17 Uhr     Druckversion

Rossmann (SPD) fordert Qualifizierungsoffensive im Pflegebereich

„Wir brauchen mehr Ein- und Aufstiegsmöglichkeiten für ungelernte Kräfte im Pflegebereich.“ Davon ist der Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Ernst Dieter Rossmann überzeugt. Bei Gesprächen in Pflegeeinrichtungen in der Region ist der Politiker in den vergangenen Wochen immer wieder auf den Mangel an Pflegekräften angesprochen worden. „Fachleute rechnen deutschlandweit bis 2025 mit mindestens 110000 fehlenden Pflegekräften. Es ist also Zeit für eine echte Qualifizierungsoffensive in diesem Bereich“, macht Rossmann deutlich

Seine Augen hat der Weiterbildungsexperte dabei auch auf die eigentlich fachfremden Betreuungskräfte gerichtet, die in Pflegeeinrichtungen mit den Bewohnern zum Beispiel musizieren, Ausflüge machen oder gärtnern. „Diese Menschen haben Interesse an der Arbeit mit

Pflegebedürftigen und erste Erfahrungen bei dieser Arbeit. Sie könnten die ersten Ansprechpartner für Nachqualifizierung und Weiterbildung in diesem Bereich sein. Statistiken zufolge ist die Zahl dieser Betreuer in deutschen Einrichtungen von seit 2013 von 28000 auf jetzt 60000 gestiegen. „Laut Bundesgesundheitsministerium gibt es im Durchschnitt vier dieser Kräfte in jeder Einrichtung. Es kommt also auch darauf an, dass wir ihnen die richtigen Angebote machen!“

Für Rossmann müssen dabei jetzt bald die richtigen Schritte gemacht werden. „Jede Hand zählt! Wir brauchen dringend insgesamt mehr Personal in den Einrichtungen. Dafür muss der Einstieg in die Arbeit im Pflegebereich einfach gestaltet und eine attraktive Weiterbildungsperspektive für Neu- und Seiteneinsteiger geschaffen werden.“ Eine neue Bundesregierung muss nach Auffassung des Abgeordneten deshalb gemeinsam mit den Bundesländern einen großen „Pflegequalifizierungsplan“ erarbeiten, der über die Vereinbarungen des Pflegeberufereformgesetzes hinaus geht, und auch erleichterte Regeln im Anerkennungsgesetz umfassen. „Dieses Gesetz regelt, welche Vorqualifizierungen aus dem Ausland in Deutschland für eine Ausbildung geltend gemacht werden können. Es muss noch stärker als bisher eine Ermöglichungs-Regelung statt einer Verhinderungs-Regelung werden. Denn es kommt ja vor allem darauf an, die Übernahme von Modulen für Qualifikation und Weiterbildung in Deutschland zu organisieren.“

Sorge macht dem Politiker, dass die Einführung der bundesweiten Umlageregelung für die Pflegeausbildung wegen zahlreicher Übergangsregelungen erst 2020

kommt. „So verständlich es ist, dass das ganze System auf diese Verfahrensweise erst eingestellt werden muss, so ärgerlich ist es doch, dass wir erst dann die Ausbildung so organisiert haben werden, dass keine zukünftige Pflegerin und kein Pfleger mehr für seine Ausbildung zahlen muss.“ Wer sich den Bereich Pflegequalifizierung vornehme, sei mithin auch aufgefordert diesen Übergang reibungslos zu organisieren und zu sehen, ob die Kostenfreiheit nicht doch noch früher kommen könne. Rossmann: „Dieser Riesenhemmschuh wird endlich abgeschafft. Und es wäre gut, wenn das noch schneller möglich wäre.“

Homepage: SPD-Pinneberg


 
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