Heiße Luft aus Wedel –  Wahlkampf um den Kohlemeiler in Wedel

Veröffentlicht am 11.03.2017, 10:51 Uhr     Druckversion

Am 09.03.2017 kam Daniel Günther, Spitzenkandidat der CDU Schleswig-Holstein für die Landtagswahl am 07. Mai 2017 nach Wedel. Niemand kennt Herrn Günther, noch nicht einmal in den Reihen der CDU ist er in S-H bekannt. Mitgebracht hatte er die Landtagsabgeordnete Barbara Ostmeier, die in der letzten Zeit in der Presse für die Abschaltung des Kohlekraftwerkes in Wedel geworben hat und gleichzeitig mit dem Bau eines neuen GuD-Großkraftwerks in Wedel Aufmerksamkeit auf sich gelenkt hat.

Vattenfall und die Hansestadt Hamburg haben sich aus guten Gründen im letzten Jahr gegen den Neubau eines fossilen Großkraftwerks am Standort Wedel entschieden.

Der Pressetermin, der von der CDU-Wedel am Nachmittag des Donnerstag organisiert war, war weder den Bürgerinnen und Bürgern bekannt, noch anderen politischen Vertretern. 

Es muss gesagt werden, dass die CDU-Fraktion Wedel bisher immer für den Bau eines GuDs eingetreten ist, selbst als bekannt war, dass der Strom aus dem Kohlekraftwerk Moorburg fast ausreichend für die gesamte Stromversorgung in Hamburg ist. Auch soll in SH der Ausbau der Solar- und Windenergie vorangetrieben werden. Erneuerbare Energien sind die Zukunft und sorgen für eine saubere Umwelt.

Herr Daniel Günther hat nunmehr, wie aus der Presse zu erfahren war, für eine Wärmeversorgung aus dem Kohlekraftwerk Moorburg geworben statt aus dem Kohlekraftwerk Wedel. Dies würde bedeuten, dass Kohle gegen Kohle getauscht wird. Da Moorburg auf der anderen Elbseite von Hamburg liegt als die Verbraucher, wäre eine Trassenführung notwendig, die unter der Elbe durchgeführt werden müsste. Nach dem Rechtsstreit um die Elbvertiefung, der nun auch nach 10 Jahren nicht beendet ist, müsste ein neues Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden. Diese Lösung (Moorburgtrasse) wurde in Hamburg schon ausreichend diskutiert und abgelehnt. Auch hätte dies zur Folge, dass sicherlich nicht vor 2025 mit einer Fertigstellung zu rechnen sei. Dies Folge wäre weiterhin: Kohle gegen Kohle.

Es muss hier ausdrücklich auf den Volksentscheid zum Rückkauf der Energiesetze in Hamburg verwiesen werden. Das verbindliche Ziel ist dort klar definiert worden und lautet: Einsatz von erneuerbaren Energien. 

Wenigstens eine Aussage von Herrn Günther läßt die Bürgerinnen und Bürger in Wedel aufatmen: Er fordert die Abschaltung des Wedeler Heizkraftwerkes. 

Frau Ostmeier erklärte, dass die auftretenden Belastungen der Anwohner beendet werden sollen. Herr Minister Habeck von den Grünen sollte sich nicht um die Messstationen kümmern, sondern mit den Hamburger Kollegen über die Abschaltung verhandeln. Die Zusage von Minister Habeck, in Wedel schnellstmöglich Messverfahren zum Partikelregen des Kohlekraftwerks durchzuführen, ist von unserer Seite zu begrüßen.

Die Bürgerinnen und Bürger in Wedel müssten ansonsten weiterhin in der Ungewissheit leben, ob die Partikelausstöße aus dem Kraftwerk Wedel gesundheitsschädlich sind. 

Zur weiteren Informationen an Herrn Günther und Frau Ostmeier: Der derzeitige Eigentümer des Kraftwerks Wedel ist Vattenfall. Vattenfall hat bereits ein neues Heizwerk am Haferweg in Altona errichtet, das im April 2017 in den Regelbetrieb gehen soll. Dieses möchte Vattenfall allerdings nur zur Spitzenlast heran ziehen und weiterhin das KoKW in Wedel ganzjährig mit 2 Blöcken betreiben.

Als Ratsherr der SPD-Wedel distanziere ich mich von der Idee der Nutzung von Wärme aus dem Kohlekraftwerk Moorburg.

 

Wolfgang Rüdiger

Ratsherr der Stadt Wedel




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