Suck’sche Kate in Glinde: Keine Hilfe von der Landesregierung in Sicht

Veröffentlicht am 13.07.2019, 13:06 Uhr     Druckversion

Die Suck

Ministerium schätzt die Denkmalsubstanz nicht als gefährdet ein:

 

Der Landtagsabgeordnete Martin Habersaat, stellvertretender Vorsitzender und kulturpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, hat die Landesregierung um eine Stellungnahme zur Situation der Suck’schen Kate in Glinde gebeten. Das zuständige Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur schreibt, ihm sei die Lage bekannt. In der Antwort auf Habersaats Anfrage heißt es: „Das denkmalgeschützte und sanierungsbedürftige Gebäude wurde vor einigen Jahren vom aktuellen privaten Eigentümer erworben. Die Stadt Glinde bemängelt den Erhaltungszustand des Gebäudes seit längerem und setzt sich für eine denkmalgerechte Sanierung ein. Der Eigentümer ist im Besitz einer auf drei Jahre befristeten Baugenehmigung zur Sanierung des Gebäudes vom 28.06.2017, hat jedoch die Arbeiten noch nicht begonnen.“

Da der Eigentümer Auflagen der Denkmalschutzbehörde des Kreises Stormarn zum Erhalt und zur Standsicherheit des Gebäudes bisher erfüllt und auch das Reetdach abgedeckt habe, bestehe „kein Anlass, an der Standsicherheit des Gebäudes zu zweifeln“ und sei „die Denkmalsubstanz daher nicht als gefährdet einzustufen“. Da ist sich Martin Habersaat nicht so sicher: „Wer das verfallende Haus besucht, gewinnt einen anderen Eindruck.“ In einem Ortstermin am 23. Mai 2019 versicherte der Eigentümer laut Landesregierung den Denkmalschutzbehörden einen zeitnahen Baubeginn. Eine enge Begleitung durch die untere Denkmalschutzbehörde wurde vereinbart. „Weitergehende Möglichkeiten, der Stadt Glinde bei den Bemühungen um den Erhalt der Suck’schen Kate behilflich zu sein, sieht die Landesregierung leider nicht“, bedauert Habersaat. Umso mehr hofft er auf Bewegung in der Frage eines Kaufs des Gebäudes durch die Stadt: „Die Suck’sche Kate ist eine Perle des alten Glinde. Davon gibt es nicht mehr viele. Vielleicht war es ein Fehler, dass die Stadt ihr Vorkaufsrecht seinerzeit nicht genutzt hat. Und vielleicht bietet sich die Gelegenheit, diesen Fehler auszubügeln.“

Am 24. März 1894 wurde der Schuhmacher Hinrich Suck zum Gemeindevorsteher Glindes gewählt. Er blieb es für 28 Jahre. Seine Schusterwerkstatt und die gute Stube des Hauses dienten in diesen Jahren als Büro und Gemeindekasse. Auch Sprechstunden fanden hier statt. Nach dem Tod des „olen Suck“ 1939 bleib das Haus im Familienbesitz, wurde bis 2011 von einer Enkelin Sucks bewohnt. Seit 2012 ist es im Besitz eines Hamburgers, der es nach eigener Aussage herrichten möchte. Der Fachwerkbau mit reetgedecktem Halbwalmdach wurde 1855 errichtet, unter Verwendung von Teilen des aus dem Jahr 1813 stammenden Vorgängerhauses. Das Fachwerkgerüst und die Raumstruktur im Innern sind erhalten. Zum Schutzumfang gehören laut Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein die Kate selbst, das aus Backstein errichtete Nebengebäude und die sechs Hauslinden.

 

Links:

Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage von Martin Habersaat

Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein

Das Stadtmarketing Glinde über die Suck’sche Kate

 

Homepage: Martin Habersaat, MdL


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