SPD-OV Hörnerkirchen

Nordgespräch 2011

Mehr Bio?!  / Wohin geht die Landwirtschaft?

Ende Juni hatte der SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Ernst-Dieter Rossmann in Zusammenarbeit mit der SPD Hörnerkirchen wieder einmal zu seinem inzwischen schon traditionellen Nordgespräch in die "Gaststätte zur Tankstelle" eingeladen. Dieser Einladung waren 22 sehr interessierte Bürgerinnen und Bürger gefolgt.
Das Thema für des Abends hieß "Mehr Bio?! Wohin geht die Landwirtschaft?" Als Referenten hatte Rossmann SPD-MdL Lothar Hay mitgebracht und den Biobauern Wilfried Schümann aus Brande-Hörnerkirchen eingeladen. Letzterer betreibt seit mehr als 30 Jahre in Brande-Hörnerkirchen den bekannten "Schümann-Hof" und war somit besonders geeignet, Fragen zu diesem Thema zu beantworten.

 Foto: M. Kamin

Rossmann fragte als erstes, was denn überhaupt der Begriff "Bio" beinhalte. In den Antworten der Fachleute Hay und Schümann zeigte sich, dass das Wort "Bio" allein keine Aussage über die Qualität von nachhaltig erzeugten Lebensmitteln trifft. Maßgebend seien hierfür die verschiedensten Qualitätssiegel. Zu den bekanntesten zählt z.B. "Demeter". Auch die EU hat inzwischen Kriterien für ein Siegel mit dem Namen BIO festgelegt, das aber nur Mindeststandards enthält. Da nach Lebensmittelkrisen die Nachfrage nach Bio steigt, muss der Ertrag unter Qualitätskontrolle gesteigert werden. Hier sind die EU in Brüssel und das Europaparlament gefordert. Dabei müssen diese berücksichtigen, dass die erforderliche Agrarwende nicht den Verlust der Artenvielfalt nach sich ziehen darf. Ein Beispiel für fehlgeleitete Subventionen ist der inzwischen überall stattfindende Bau von Biogasanlagen, für deren Gaserzeugung die Landwirte viel Mais benutzen. Da die Nachfrage danach steigt, wird immer mehr Grünland umgebrochen, dass dadurch den dort lebenden Tieren entzogen wird. Hier muss spätestens der neue Finanzrahmen von 2014 bis 2020 für die Landwirtschaft in der EU andere Anreize setzen.
In mehreren Fragerunden konnten Lothar Hay und Wilfried Schümann noch viele Fragen der engagierten Anwesenden beantworten.

Foto: M. Kamin

Ernst Dieter Rossmann bedankte sich nach mehr als 2 Stunden bei allen Beteiligten für die intensive Beteiligung und versprach, bald wieder zu kommen.

 

 
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