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Intensivtierhaltung versus Tierschutz

Veröffentlicht am 29.09.2015, 14:44 Uhr     Druckversion

Rossmann: Alle Seiten müssen im Gespräch bleiben

Nicht nur die Örtlichkeit war ungewöhnlich für das Diskussionsforum zum Thema „Intensivtierhaltung versus Tierschutz – Was muss getan werden?“, zu dem die SPD-Ortsvereine Elmshorn und Kölln-Reisiek kürzlich auf den Hof Glissmann beim Grauen Esel in Kölln-Reisiek eingeladen hatten. Nach einer Führung durch Thorsten Glissmann, der die moderne Milchtierhaltung in einem offenen Kuhstall für die gehaltenen 150 Milchkühe vorstellte, fanden sich die 50 Gäste aus dem Kreis von Landwirten, Tierschützern und interessierten SPD-Mitgliedern aus Stadt und Land zu einer lebhaften Diskussionsrunde zusammen. Als Experten hatten die SPD-Ortsvereine und der Bundestagsabgeordnete Dr. Ernst Dieter Rossmann die Tierärztin und SPD-Bundestagsabgeordnete aus dem Fachausschuss für Ernährung und Landwirtschaft, Dr. Karin Thissen, den Geschäftsführer der Firma Fülscher-Fleisch aus Seestermühe, Jan-Peter Fülscher, Holger Sauerzweig-Strey als Vorsitzenden des Tierschutzbundes Schleswig-Holstein und Georg Kleinwort als Kreisvorsitzenden des Bauernverbandes Pinneberg für das Fachforum gewonnen.

In ihrem einleitenden Vortrag entfaltete MdB Karin Thissen den Aspekt des Tierwohls aus ethischer, wissenschaftlicher und juristischer Sicht. Für den Bund kündigte sie an, dass im Rahmen einer nationalen Tierwohl-Offensive die relevanten Rechtsbereiche vom Tiergesundheitsgesetz bis zum Tierarzneimittelrecht in einem einheitlichen Rechtsrahmen zusammengefügt werden sollten. Ein wesentliches Augenmerk sollte auf die Verminderung des Antibiotika-Einsatzes gelegt werden. Gleichzeitig soll ein bundeseinheitliches Prüf- und Zulassungsverfahren für Tierhaltungssysteme ausgearbeitet werden. Holger Sauerzweig-Strey als Vorsitzender des Tierschutzbundes Schleswig-Holstein machte die Entwicklung neuer Züchtungsmethoden und Wege der Tierhaltung am Beispiel der millionenfachen Tötung von männlichen Kälbern und Küken deutlich. Auch forderte er nachdrücklich eine Umstellung der Tierhaltung ein, wie sie in ersten Schritten auch mit neuen Regelungen für die Geflügel- und Schweinehaltung bereits eingeleitet seien.

Einen anderen Blickwinkel in die Diskussion brachte Jan-Peter Fülscher als Geschäftsführer eines relativ kleinen Schlachtbetriebes aus der Seestermüher Marsch ein. Er beleuchtete den Zusammenhang von kurzen Viehtransporten für die Schlachtung über die Monopolisierung des Schlachtgewerbes durch wenige Großkonzerne in Deutschland und das ausufernde Werkvertragswesen. Fülscher: „Wer kurze Viehtransporte im Sinne des Tierschutzes will, muss sich gleichzeitig dafür einsetzen, dass unfaire Arbeitsverträge nicht immer mehr zum Wohl der Großkonzerne beitragen.“ Das Zusammenwirken von Landwirtschaft, Fleischindustrie und Handel stand auch im Mittelpunkt des Beitrages von Georg Kleinwort, dem Kreisvorsitzenden des Bauernverbandes Pinneberg. Die an sich begrüßenswerte Tierwohlinitiative, mit der Handel- und Fleischwirtschaft freiwillig einen Beitrag für bessere Tierhaltung in Deutschland leisten wollten, sei leider deutlich unterfinanziert. Nachdem ursprünglich 200 Mio. € jährlich als Unterstützung für tierwohlfreundliche Haltung in landwirtschaftlichen Betrieben erbracht werden sollten, seien gegenwärtig nur 80 Mio. € im Jahr zusammen gekommen. Das sei aber deutlich zu wenig für die über 4700 landwirtschaftlichen Betriebe, die ihre Ställe umwelt- und tierfreundlicher ausbauen wollen als bisher gesetzlich vorgeschrieben. Die Forderung vom SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Ernst Dieter Rossmann, aus der freiwilligen Cent-Abgabe eine verpflichtende Unterstützung seitens des Handels und der Industrie zu machen, fand allerdings nicht eine ungeteilte Zustimmung.

Übereinstimmung zwischen allen Beteiligten in der Diskussion fand sich in der Feststellung, dass eine bessere Tierhaltung letztlich vor allen Dingen auch durch ein anderes Verbraucherverhalten voran gebracht werden kann. „Wer das Fleisch immer billiger und in immer größeren Mengen kaufen will, leistet damit einer Intensivtierhaltung gegen das Tierwohl massiven Vorschub“, so ein Diskussionsteilnehmer. Deshalb war für alle Beteiligten bei dieser ersten Diskussionsrunde zur Weiterentwicklung von Landwirtschaft und zur Stärkung von Tierwohl auch klar, dass alle Seiten weiterhin intensiv im Gespräch bleiben müssen. MdB Rossmann: „Wir brauchen die gemeinsamen Maßstäbe und Ziele, die dann auch schrittweise in eine deutliche Veränderung von Tierhaltung münden müssen.“

 

Homepage: SPD-Pinneberg


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