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Olof-Palme Friedenspreis 2017 - Bericht

Veröffentlicht am 01.03.2017, 23:12 Uhr     Druckversion

Foto: Habersaat, Danier, Asselborn

Preisträger aus Ahrensburg und Glinde

„Es sollte mit Frank-Walter Steineier ein großer Außenminister kommen. Jetzt ist es ein kleiner.“ Mit einem Scherz ging Jean Asselborn darauf ein, dass er anstelle seines Freundes Steinmeier nach Reinbek gekommen war, der inzwischen kein Außenminister mehr ist, sondern gewählter Bundespräsident. Was folgte, war allerdings eine große europapolitische Festrede.  Asselborn ging auf die Sozialdemokratie als internationale Bewegung ein und mahnte die Länder Europas zu Sol

 

Die Werte Europas, Demokratie und Menschenwürde, seien nicht verhandelbar, Lasten müssten gemeinsam getragen werden.Er mahnte aber auch den Einzelnen zur Aktivität: „Wir haben uns eine dicke Haut zugelegt und fühlen uns nicht verantwortlich. Aber: Der Frieden muss bei uns beginnen.“

Seit 1987 verleiht die SPD Stormarn den Olof-Palme-Friedenspreis an Menschen, die sich in diesem Sinne engagieren. Erstmals konnte Stormarns SPD-Kreisvorsitzende Susanne Danhier zum 30. Jubiläum mit Jean Asselborn einen amtierenden Außenminister als Festredner im Schloss Reinbek begrüßen. Franz Thönnes hatte den Preis als junger Kreisvorsitzender einst ins Leben gerufen und erinnerte an 30 Jahre Palme-Preis, in deren ersten acht Jahren Egon Bahr der Vorsitzende des Kuratoriums war. Das Preisgeld wird gestiftet von den Bundestags- und Landtagsabgeordneten der SPD Stormarn und der Walter-Jacobsen-Gesellschaft, deren Vorsitzende Birgit Kassovic auch Vorsitzende des Kuratoriums ist.  48 Preisträger hatte es bisher gegeben. 2017 kamen die Preisträger 49 und 50 hinzu.

In seiner Laudatio stellte Kuratoriumsmitglied Martin Habersaat, Landtagsabgeordneter aus Reinbek, insgesamt neu Nominierte und ihre Leistungen vor und freute sich, dass „einmal im Jahr im Schloss Reinbek alle die zusammenkommen, für die ‚Gutmensch‘ kein Schimpfwort ist.“ Mit dem Preis und jeweils 1.000 Euro ausgezeichnet wurden der Iraker Ahmed Jàf, der seit 2014 in Ahrensburg lebt, und sein Integrationspate Heinz Gérard sowie die Schülerinnen und Schüler der Wilhelm-Busch-Förderschule und ihre Lehrerin Birgit Durchgraf.  Nachdem im September 2016 in Reinfeld, Ahrensburg und Großhansdorf Flüchtlingsunterkünfte und Wohnungen durchsucht und drei Syrer unter IS-Verdacht festgenommen wurden, organisierten  Jàf und Gérard in der Ahrensburger Innenstadt eine friedliche Demonstration der Ahrensburger Flüchtlinge und ihrer Flüchtlingspaten gegen Hass und Terror, für Frieden und Toleranz.

Erstmals in der 30jährigen Geschichte des Olof-Palme-Friedenspreises waren Schülerinnen und Schüler einer Förderschule nominiert. In Klasse 5/6 hatten sich die Schülerinnen und Schüler der Wilhelm-Busch-Förderschule und ihre Lehrerin Birgit Durchgraf mit dem Leben von Straßenkindern in Maputo befasst. Im Rahmen der Aktion „Straßenkind für einen Tag“ von Terre des Hommes putzen die Kinder Schuhe, verkauften selbstgebastelte Lesezeichen, Glückwunschkarten und Schlüsselanhänger und sammelten Geld für eine mobile Schule in Mosambik.

Musikalisch untermalt wurde der Abend vom schwedisch-südafrikanischen Duo „Fjarill“, das für eine besondere Stimmung um Festsaal sorgte und mit dem Publikum schließlich einen afrikanischen Friedens-Choral anstimmte. Ein schöner Bezug zu einer der Kernaussagen Asselborns:  „Frieden ist eine Selbstverständlichkeit geworden. Da kann man leicht vergessen, wie kostbar dieses Gut ist.“

Homepage: Martin Habersaat, MdL


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