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Erinnerung an Max Mannheimer / Stolpersteine

Veröffentlicht am 25.09.2016, 16:49 Uhr     Druckversion

+++ Erinnerung an Max Mannheimer und sein heutiges Wirken +++

Nadja Winter und Paul Weber erinnern in einem Gastbeitrag für den Juso Kreisvorstand Neumünster an das gesellschaftspolitische Erbe von Max Mannheimer und die heutigen Juso-Schlussfolgerungen aus seinem und vergleichbaren Lebenswerken:

„Max Mannheimer lebte, um zu erzählen" titelte die Süddeutsche Zeitung in einem Nachruf.

Mannheimer war über 70 Jahre Mitglied der SPD und engagierte sich bis zuletzt in Gesellschaften, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen mit Zeitzeugenberichten und mahnenden Beiträgen zur NS-Zeit.

Zum aufstrebenden Rechtpopulismus der AfD und der bewussten Ausgrenzung von Minderheiten fand Mannheimer ebenso deutliche Worte: „Diese Frauke Petry hat so eine Gewalt in ihrer Aussage. Wir haben geglaubt, Bernd Lucke ist ein schlimmer Mann, aber er war noch tolerant im Gegensatz zu seiner Nachfolgerin."

 

Hierzu erklärt Nadja Winter, Juso-Kreisvorsitzende, ihre Schlussfolgerungen aus den oben genannten mahnenden Worten Mannheimers: „Genau aus diesem Grunde engagieren wir uns als junge Sozialdemokrat*innen für eine offene und tolerante Gesellschaft, in der kritisch und gleichberechtigt diskutiert und debattiert werden muss! Ausgrenzung und zuletzt laut gewordene Äußerung zur „Umvolkung“ der deutschen Gesellschaft gehören in die Geschichtsbücher – wir dürfen den Rechtspopulisten und anderen extrempolitischen-/religiösen Tendenzen keinen Platz geben und müssen diese im öffentlichen Diskurs mit politischen Sachargumenten entzaubern.“

Abschließend erinnert Paul Weber an das hochanzuerkennende und unermüdliche Wirken Mannheimers als Zeitzeuge der NS Vergangenheit und die heutige Relevanz dessen im öffentlichen Politikdiskurs: „Im Sinne Mannheimers müssen wir als politisch-aktive Demokratinnen und Demokraten dafür eintreten, dass solche antidemokratischen und ausgrenzenden Ansichten nicht weiter laut werden. Wir sind allesamt Verfechter der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und sollten uns entschieden gegen diese Ausgrenzungspolitik aussprechen – dabei aber Sorgen und Nöte der Menschen ernst nehmen sowie angemessen darauf reagieren.“

Dies Jusos Neumünster werden in diesem Sinne weiterhin dafür eintreten, dass in Neumünster Platz ist für eine offene, tolerante und kritische Gesellschaft und jegliche Bewegungen gegen dieses Bestreben durch klare Sachargumente in den Schatten gestellt werden.

 

Am 09. November 2016 jähren sich zum 78. Mal in der deutschen Geschichte die November-Pogrome. An jenem Tag werden wir zur Säuberung der Stolpersteine in Neumünster aufrufen und dies zum Anlass zu nehmen, jenen zu gedenken, die der schrecklichen Verfolgung des NS Regimes zum Opfer gefallen sind. Eine solche Ausgrenzung und Abschottung andersdenkenden Menschen darf es nie mehr wiedergeben. Aus diesem Grund ist es unsere Aufgabe jeglichen Bestrebungen dieser Art auch in der heutigen Zeit endgegenzutreten!

Es gibt noch so viel mehr Gründe, um das gesellschaftspolitische Erbe Mannheimers und all den anderen Zeitzeugen nicht zu vergessen, nun sind wir gefragt jene Erzählungen in unsere heutige Gesellschaft zu übertragen und unsere eigenen Erzählungen kundzutun: Gegen das Vergessen und für den Erhalt unserer Demokratie!

 

Artikel der Süddeutschen Zeitung:

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/dachau/nachruf-max-mannheimer-lebte-um-zu-erzaehlen-1.3177449

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/landkreismuenchen/plaedoyer-fuerdemokratie-und-toleranz-aus-liebe-zu-den-roten-1.2768260-2

 

Homepage: Jusos Neumünster