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Unsere Freiheit am Schwenkgrill verteidigen!

Veröffentlicht am 09.03.2016, 18:44 Uhr     Druckversion

Foto: Martin Habersaat, MdL

Es gilt das gesprochene Wort!

Hinweis: Diese Rede kann hier als Video abgerufen werden: http://m7k.ltsh.de/embed.php?b=1457536049

TOP 25, Pluralismus statt Ideologie im Nahrungsmittelangebot ffentlicher Kantinen (Drs. 18/3947neu)

Wer ber praktische Herausforderungen der Integration redet, muss ber Sprache, Bildung, Wohnung, Arbeit sprechen. Wofr entscheidet sich die CDU? Das Schwein!

Sie hat, als antragstellende Fraktion, klargestellt, dass es ihr mit ihrem Antrag ernst ist, sie sich aber nicht ernst genommen fhlt. Man fragt sich, warum. Denn eigentlich berhrt das Anliegen doch Grundlagen der menschlichen Kultur seit ihren Anfngen. Die Anthropologin Marija Gimbutas kam in ihrer Theorie ber eine matriarchale Kultur im prhistorischen Europa zu dem Befund: Das heilige Tier der schwangeren Gttin ist das weibliche Schwein. Mit jeder Bratwurst nehmen wir demnach im Sinne der Transsubstantiation auch ein Stck Gttin in uns auf.

Statt also frauenpolitische Defizite der CDU bei der Kandidatennominierung hochzuziehen selbst bei den Schweinen im Weltall gibt es eine Frauenquote von 33 Prozent , sollten wir ihr dankbar sein, einen nachgerade theologischen Beitrag zum gestrigen Internationalen Frauentag geleistet zu haben.

Jetzt mal auf einer Skala von 1 bis Daniel Gnther: Wie sehr soll diese Initiative ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Schlachtplatte Ingbert sein?

Die CDU fordert keine Schweinefleischpflicht. Sie will, dass Kantinen und Kindergrten Schwein anbieten wollen. Frei nach Goethe: Pflicht ist, wo man liebt, was man sich selbst befiehlt. Das Land soll nicht befehlen, nur dafr sorgen, dass man sich selbst befehle

Zu Recht wird in Zeiten der Globalisierung immer wieder die Frage nach kultureller Identitt gestellt. Der Rechtswissenschaftler Arnd Uhle hat dafr die folgende Definition gegeben: die Gesamtheit der kulturell geprgten Werte samt der daraus resultierenden Weltsichten und Denkweisen sowie der [] Verhaltens- und Lebensweisen [], die das Eigenbild einer Kulturgemeinschaft namentlich einer Nation prgen.

Die CDU kommt nun zur nmlichen Frage auf eine nicht minder differenzierte Antwort: Das Schwein. Da msste jeder drauf kommen, der das Grundgesetz vor Unterschrift liest.

In diesem Monat entscheiden die Neuseelnder in einem Referendum ber ihre Landesflagge. Sollten wir es ihnen nicht gleichtun? Was den Mecklenburgern ihr Ochsenkopf, knnte uns das Schwein sein!

Kurz habe ich mich ber den Zeitpunkt dieser Initiative gewundert. Allerdings: Schon im Mittelalter warfen fastende Mnche Schweine in Brunnen, um sie anschlieend heraus zu angeln und als Fisch zu verspeisen. Das beantwortet die Frage, ob es fr eine christlich-demokratische Union zulssig ist, sich ausgerechnet in der Fastenzeit mit einer Schweinefleischoffensive zu befassen.

Besagte Mnche taten sich brigens auch an Bibern gtlich, weil diese einen Teil ihres Lebens im Wasser verbringen und auch als Fisch verspeist werden konnten. Ich sehe, einige CDU-Kollegen denken gerade ber den Antrag Rettet den Wald esst mehr Biber! nach.

Doch dafr ist die Lage zu ernst: wir stehen auf einem neuen Hhepunkt des jahrtausendealten Kulturkampfes zwischen Orient und Okzident. Heute kommen die muslimischen Flchtlinge bekanntlich zu keinem anderen Zweck nach Mitteleuropa, als uns, Seite an Seite mit Vegetariern, Veganern und Rheumatikern, das Schwein madig zu machen. Hier gilt es, den Anfngen zu wehren und unsere Freiheit am Schwenkgrill zu verteidigen.

Es ist bis heute umstritten, warum die groen stdtischen Kulturen des Zweistromlandes vor rund 4000 Jahren die Schweinhaltung zugunsten von Geflgel aufgaben. Vielleicht lag es an der besonders hohen Gefahr der Trichinose, vielleicht war es aber auch die Erfahrung, dass Schweine zu viel saufen, keine verwertbaren Nebenprodukte haben und schlecht zu transportieren sind.

Das Alte Testament und der Koran haben an dieser Abneigung gegen das Schwein festgehalten. Moses deklinierte sorgfltig durch, welche Tiere wiederkuen und zugleich gespaltene Klauen haben. Das Schwein fiel durch, weil es zwar gespaltene Klauen hat, aber kein Wiederkuer ist.

Mit Recht stellt der Antrag der CDU fest: Oberstes Ziel muss eine gesunde und ausgewogene Ernhrung sein. Und wir alle wissen: Schweinefleisch ist so gesund, dass man es eigentlich nur in der Apotheke abgeben sollte.

Unsere Kinder haben das unveruerliche Menschenrecht, nach Hause zu kommen und in der Schule Schwein gehabt zu haben. Es darf nicht soweit kommen, dass wir ihnen als eiserne Reserve zur Bewahrung ihrer kulturellen Identitt eine Dauerwurst in den Rucksack stecken mssen!

Was sagen die kulturell-identitren Wohlstandsbauchbeauftragten brigens zu Saltimbocca oder Schwein s-sauer? Zhlt das?

Die meisten von der CDU behaupteten Schweinefleischverbote haben sich nach ein wenig Recherche als nicht existent erwiesen. Bleibt die Sorge von Herrn Rickers, ein Berufsschulzentrum in Itzehoe habe Mettwurstbrtchen verbannt. Vermutlich werden die bald in dunklen Ecken auf dem Schulhof gedealt. Da gilt, wie auch fr die Kolleginnen und Kollegen von der CDU: Vorsicht, wenn du auf Mett bist, hast du schnell nur noch Freunde, die auch auf Mett sind!

Homepage: Martin Habersaat, MdL


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RE: Unsere Freiheit am Schwenkgrill verteidigen!, C.Todt, (09.03.2016, 20:08 Uhr)