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Pflegeausbildung in Schleswig-Holstein kostenfrei

Veröffentlicht am 21.02.2016, 16:25 Uhr     Druckversion

Foto: Martin Habersaat, MdL

Martin Habersaat erfreut ber Fortschritte in der Pflege: Seit 2012 konnte fr die Pflege in Schleswig-Holstein eine Menge bewegt werden, findet der Reinbeker Landtagsabgeordnete Martin Habersaat. Als Beispielse nennt er die Einfhrung der Pflegeberufekammer zur besseren Interessenvertretung der Pflegenden, Projekte zur Entbrokratisierung in der Pflege, die Erstellung eines Demenzplans, eine Ausbildungsreform auf Bundesebene sowie vor allem die bernahme der Finanzierung von Ausbildungspltzen.

Im Jahr 2015 konnte in Schleswig-Holstein erstmals die schulische Altenpflegeausbildung fr alle Auszubildenden kostenlos angeboten werden. Habersaat, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion: Das wurde auch hchste Zeit. Es war ja absurd, dass man in einem Arbeitsfeld wie der Altenpflege, wo wir als Gesellschaft so dringend Personal brauchen, das Geld fr die eigene Ausbildung noch mitbringen musste!

Anette Langner, Staatssekretrin im Sozialministerium, erlutert: Wir haben trotz dauerhaft angespannter Haushaltslage seit 2013 die finanziellen Haushaltsmittel jhrlich deutlich erhht: 2015 hat das Land die schulische Ausbildung in der Altenpflege mit rund 6,1 Mio. Euro gefrdert. Das war gegenber 2012 ein Plus von 46 Prozent. Wir haben die Zahl der landesgefrderten schulischen Ausbildungspltze in 2013, 2014 und 2015 kontinuierlich erhht. Jeweils um 200 Pltze auf aktuell 1.800. Damit ist es bereits im vergangenen Jahr erstmals gelungen, die schulische Ausbildung fr alle Altenpflege-Auszubildenden im Land kostenfrei zu stellen. 2016 werden 300 zustzliche Pltze gefrdert, so dass ab dem 1. April 2016 insgesamt 2.100 Pltze kostenfrei fr die Schlerinnen und Schler zur Verfgung stehen. Diese Politik zahlt sich bei der Gewinnung von Berufsnachwuchs aus. Es sei in Ergnzung mit den Frdermanahmen der Bundagentur fr Arbeit im Land gelungen, die Ausbildungszahlen insgesamt von 1.964 Auszubildenden im Jahr 2012 auf 2.357 im Jahr 2015 zu erhhen. Das bedeutet ein Plus von rund 17 Prozent und ist ein Riesenerfolg angesichts des demografischen Wandels.

Auch in anderen Bereichen gibt es Fortschritte fr die Pflege:

  • Bereits Anfang Dezember hat Ministerin Kristin Alheit den Mitgliedern des Errichtungsausschusses der Pflegekammer ihre Ernennungsurkunden berreicht. Altenpflege, Krankenpflege und Kinderkrankenpflege sind in dem geschlechterparittisch besetzten Gremium reprsentiert, das in Schleswig-Holstein eine Pflegekammer einrichten soll. Habersaat: Schleswig-Holstein wird nach Rheinland-Pfalz das zweite Bundesland mit solch einer starken Interessenvertretung der Pflegenden sein. Vor dem Beschluss zur Einrichtung einer solchen Kammer hatte eine Umfrage unter allen Pflegenden im Land ergeben, dass diese mehrheitlich gewnscht war. Staatssekretrin Anette Langer sagt zur Pflegekammer: Gute Pflege und gute Arbeitsbedingungen fr die, die Pflege beruflich leisten, sind zwei Seiten derselben Medaille. Und es ist daher auch richtig, pflegefachliche und berufspolitische Fragen gleichermaen in den Fokus zu nehmen. Genau das soll und wird die Pflegeberufekammer tun.
  • Berufspolitisch gibt es viel zu tun. Auf Bundesebene wird eine Ausbildungsreform hin zu einer einheitlichen, generalistisch ausgerichteten Pflegeausbildung angestrebt. Die Ausbildung in den drei Pflegefachberufen Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege und Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sollen zuknftig zusammengefasst werden. Ein erster Gesetzesentwurf liegt vor. Ziel ist es, durch mehr Durchlssigkeit zwischen den Pflegeberufen mehr berufliche Perspektiven fr Pflegende zu erffnen und die Attraktivitt des Berufes zu steigern.  
  • Ein weiteres groes Thema des vergangenen Jahres war die Erprobung eines Bundesmodells zur Entbrokratisierung in der Pflege, in dessen Rahmen die Dokumentationspraxis in stationren Pflegeeinrichtungen und ambulanten Pflegediensten vereinfacht werden soll. Dieses Vorhaben hat eine bisher einmalige Zusammenarbeit der beteiligten Akteure auf Bundes- und Landesebene gebracht. Die Dokumentation in der Pflege ist seit mehr als einem Jahrzehnt zentrales Thema, wenn es um Belastungssituationen in der Pflege und um Entbrokratisierung geht. Ein Viertel der Einrichtungen in Schleswig-Holstein beteiligt sich an dem Projekt.
  • Lange wurde ber einen neuen Pflegebedrftigkeitsbegriff und ein neues Begutachtungsinstrumentarium diskutiert. Nicht mehr Defizite, sondern der Grad der Selbststndigkeit soll zuknftig in den Mittelpunkt der Begutachtung gestellt werden. Dies entspricht dem professionellen Pflegeverstndnis und ist ein wichtiger Meilenstein fr zeitgeme Pflege in der Praxis. Neuer Pflegebedrftigkeitsbegriff und neues Begutachtungsverfahren werden zum 1. Januar 2017 wirksam.
  • 2016 will das Land einen Demenzplan vorlegen. Mit diesem sollen die Versorgungsstrukturen des Landes Schleswig-Holstein fr Menschen mit Demenz gesichtet, gebndelt und qualittsgesichert weiterentwickelt werden. Versorgungslcken sollen erkannt und geschlossen werden. Erarbeitet wird der Plan von der Geschftsstelle Demenzplan der Alzheimer Gesellschaft unter Einbindung der relevanten Akteure im  Zusammenwirken mit dem Gesundheitsministerium. Die Versorgung von dementiell Erkrankten sowie ein inklusiver Umgang mit ihnen werden damit wichtige Impulse bekommen.

Homepage: Martin Habersaat, MdL


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