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Abschreckung ist nicht alles

Veröffentlicht am 17.04.2013, 13:42 Uhr     Druckversion

Foto: Gastgeber und Gäste

Strafe aus kirchlicher, juristischer und politischer Sicht

Der erste sommerliche Tag des Jahres, Zeit für Garten und Grillen. Trotzdem hatte sich eine Runde von 20 Personen eingefunden, um in der Reinbeker Nathan-Söderblom-Kirche über ein schwieriges Thema zu diskutieren: „Strafe und der Wunsch nach Vergeltung“, unter dieser Überschrift hatten Pastorin Barbara Schöneberg-Bohl und Martin Habersaat, Vorsitzender von Tribüne e.V., eingeladen.

„Keine leichte Kost“, befanden denn auch die Referentinnen des Abends, Pastorin Dr. Claudia Süssenbach und Anke Spoorendonk, Schleswig-Holsteins Ministerin für Justiz, Kultur und Europa.

Anke Spoorendonk führte in das Thema ein. Sie erläuterte die vierschiedenen Zwecke von Strafe, die einerseits das „allgemeine Rechtsempfinden“ im Auge behalten, der Tat angemessen sein und die Resozialisierung des Täters im Auge behalten müssten. Dabei bezog sie auch wissenschaftliche Erkenntnisse in ihre Darstellungen ein. Wichtiger als die Höhe der Strafe sei, was den Abschreckungseffekt angehe, die Gefahr des Entdecktwerdens. Besonders bei jüngeren Tätern sei außerdem wichtig, dass die Bestrafung zeitnah erfolge. Für Opfer sei es wichtig, dass sie am Prozess der Urteilsfindung beteiligt würden. 

Dr. Claudia Süssenbach, Reinbeker Pastorin, steuerte einige „biblische“ Überlegungen zum Thema bei. Ein Kerngedanke des Alten Testaments sei beispielsweise, dass die Taten eines Menschen, gute wie schlechte, ihn ein Leben lang begleiten. Der wohl bekannteste Satz zum Thema Strafe „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ sei in der Zeit seiner Entstehung vor allem ein Mittel der Begrenzung von Rache und Strafe gewesen. Tödliche Fehden konnten durch diesen Ansatz von Verhältnismäßigkeit vermieden werden. Letztlich stecke in jedem Menschen ein göttlicher Schein, auch in Straftätern, wenngleich er bei diesen auch zuweilen erst wieder zutage gefördert werden müsse.

Eineinhalb Stunden diskutierte man in der Runde verschiedene Aspekte des Themas. Es ging um Prävention, um Entwicklungen der in  Sicherungsverwahrung besonders gefährlicher Straftäter, den Umgang mit Einbrechern und sogar um die Vor- und Nachteile von Bürgerwehren. (Spoorendonk: Grundsätzlich sollten wir froh sein, in einem Rechtsstaat zu leben, in dem das Gewaltmonopol bei der Polizei liegt.“) Eine statistische Erkenntnis des Abends: In Schleswig-Holstein gibt es eine besonders niedrige Gefangenenquote: Pro 100.000 Einwohner gibt es 55 Häftlinge, in der Bundesrepublik insgesamt liegt dieser Wert bei über 80. Das hängt auch mit dem Konzept zusammen, Strafen zur Bewährung auszusetzen, um straffällig Gewordene die Resozialisierung zu erleichtern. Eine andere: In US-Staaten, die die Todesstrafe abgeschafft haben, ist die Mordrate niedriger als in Staaten, die noch an ihr festhalten.

Martin Habersaat: „So stelle ich mir Gesprächsabende der Tribüne vor: Man hat interessante Menschen und Gedanken kennen gelernt und geht mit reichlich Stoff zum Nachdenken nach Hause.“

 

Im Laufe des Abends wurde mehrfach Bezug auf einen Spiegel-Artikel zum Thema genommen. Dieser findet sich hier: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-90438185.html

 

Foto: Barbara Schöneberg-Bohl,  Dr. Claudia Süssenbach , Martin Habersaat und Anke Spoorendonk

 

Homepage: Martin Habersaat, MdL


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