Heute 18.08.19

SPD-Wilster
10:00 Uhr, Grillradtour: erst Rad fahren, ab ca. 13 Uhr ...

SPD-Nahe
11:00 Uhr, Nahe lädt zum DORFFEST von 11-22 ...

SPD-Pinneberg
12:00 Uhr, OV Halstenbek und OV Rellingen - Krupunder ...

SPD-Friedrichstadt
17:00 Uhr, Sommerfest des SPD-Ortsvereins Friedrichstadt, ...

Demnächst:

20.08.2019
SPD-Barmstedt

19:00 Uhr, Vorstandssitzung ...

20.08.2019
SPD-Gettorf

19:00 Uhr, Sitzung des Vorstands des SPD-Ortsvereins ...

20.08.2019
SPD-Suchsdorf

20:00 Uhr, Vorstandssitzung ...

21.08.2019
SPD-Tangstedt

19:00 Uhr, Vorstandssitzung SPD ...

22.08.2019
SPD-Pinneberg

19:00 Uhr, ABGESAGT: Sitzung des ...

22.08.2019
SPD-Nahe

19:00 Uhr, B432 - öff. Nahverkehr: Was brauchen wir? - wir ...

22.08.2019
SPD-Suchsdorf

19:00 Uhr, "Was hat die Landtagsfraktion in den ersten 2 ...

22.08.2019
SPD-Schleswig-Flensburg

19:00 Uhr, Kommunale Runde ...

22.08.2019
SPD-Barmstedt

19:30 Uhr, Farktionssitzung ...

QR-Code
Politik heißt: etwas wollen!

Veröffentlicht am 03.03.2012, 14:08 Uhr     Druckversion

Foto: Franz Thönnes, MdB 25 Jahre Olof-Palme-Friedenspreis - Rede von Franz Thönnes, MdB

Gestern Abend bin ich mit dem im Januar neu gewählten Vorsitzenden der schwedische Sozialdemokraten, Stefan Löfven, in Berlin zusammenzukommen und er berichtete mir darüber, dass die schwedische Sozialdemokratie heute am 26. Jahrestag ihres ermordeten ehemaligen Vorsitzenden und Ministerpräsidenten Olof Palme gedenkt.Dem Namensgeber des Friedenspreises, den der SPD-Kreisverband Stormarn seit nun einem Vierteljahrhundert vergibt.

Am Abend des 28. Februar 1986 besuchten Olof Palme und seine Frau das Kino Grand in Stockholm. Nach der Vorstellung gingen beide zur U-Bahn. Hier wurde zweimal von einem Mann auf sie geschossen. Olof verstarb an seinen Verletzungen. Der Mörder konnte fliehen. Bis heute blieb die Tat ungeklärt.

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich Olofs Tod um die ganze Welt. Am Morgen des 1. März 1986 standen wir gemeinsam am Info-Stand der Sozialdemokraten auf dem Ahrensburger Marktplatz und warben um Stimmen für die Kommunalwahl am Sonntag. Es gab nur ein Thema: Die Ermordung des schwedischen Ministerpräsidenten, in dem bis dahin so friedlich geglaubten Land. Wir alle waren schockiert!

So wie mich Willy Brandt zur SPD brachte, so begeisterte mich damals Olof Palmes Politik für Freiheit und soziale Gerechtigkeit in einer friedlichen Welt sowie das Modell des schwedischen Wohlfahrtsstaats. Mit seinen Worten: „Politik heißt: etwas wollen. Sozialdemokratische Politik heißt: Veränderungen wollen, weil Veränderungen Verbesserungen verheißen, weil sie Phantasie und Handlungskraft nähren, Träume und Visionen anregen," beschrieb er kurz sein „Wollen".

Seine Sicht der Welt war geprägt von dem Glauben an die Demokratie, die Gleichheit und die Freiheit des Individuums. Revolutionären Veränderungen stand der Pragmatiker Palme skeptisch gegenüber: „Die Revolution löst nichts, am Morgen nach der Revolution beginnt wieder der Alltag der Probleme." formulierte er einmal. Schweden wurde durch ihn moderner. Es wurde gleicher. Die Unterschiede beim Einkommen glichen sich an und das Niveau der Bildung stieg. Die betriebliche Mitbestimmung wurde ausgebaut und die Gleichstellung der Geschlechter nach und nach verwirklicht. Elternzeit, Elterngeld, Ausbau staatlicher Kinderbetreuung. Das alles waren Themen lange bevor sie bei uns auf die Tagesordnung kamen.

Seine Vision formulierte der aus dem Großbürgertum Schwedens stammende Palme u.a. wie folgt: „Der Sozialismus ist eine Freiheitsbewegung. Unser Ziel ist Freiheit, soweit wie möglich, vom Druck der äußeren Verhältnisse, Freiheit für den einzelnen Menschen, seine Eigenart zu entwickeln. Wahlfreiheit für das Individuum, sein Dasein nach den eigenen Wünschen zu formen."

Er war Optimist wenn es um den technischer Fortschritt und den Zukunftsglauben ging. Für ihn gab es die Formel „Modernität + Gleichheit = Freiheit"! Mit Worten wie „Unsere Kinder sind die einzige Verbindung zur Zukunft - eine andere gibt es nicht", rührte er an die Herzen der Menschen.

Mit seiner engagierten Außenpolitik prägte Olof Palme wie kein anderer das Bild Schwedens. Er kritisierte die USA wegen ihrer Vietnampolitik und ebenso deutlich die sowjetische Interventionspolitik in Osteuropa. Er war UN-Vermittler im Iran-Irak-Krieg. Hinzu kamen internationale Abrüstungsinitiativen, wie der Bericht „Common Security" aus der nach ihm benannten Kommission. Dieser Report war so realistisch und konkret, dass sich Ronald Reagan und Michail Gorbatschow, als sie 1986 auf Island zu Abrüstungsgesprächen zusammenkamen, hierauf stützen konnten.

Darüber hinaus prägte Olof Palme mit engen persönlichen Beziehungen zu Willy Brandt und Bruno Kreisky sowie den Themen „Entspannung", „Unterstützung der Befreiungsbewegungen in der Dritten Welt" sowie „Abrüstung" „das sozialdemokratische Gesicht" in Europa und die sozialistischen Internationale. Und ich glaube gerade heute, angesichts unserer Sorgen um den Zusammenhalt von Europa, dem Kampf gegen den internationalen Finanzkapitalismus und den kriegerischen Auseinandersetzungen in der Welt wäre so ein „sozialdemokratisches Gesicht" für eine starke und internationale Zusammenarbeit wieder wichtig!

Damals überlegte ich, was man tun könne, um seinen Namen für die Zukunft auf regionaler Ebene zu ehren und Menschen, die sich im Sinne seines Lebenswerkes für andere engagieren zu würdigen sowie andere zum Nachmachen anzuregen. Als die Delegierten des kurze Zeit später stattfindenden Stormarner SPD-Kreisparteitages mich 1986 in Glinde zum Kreisvorsitzen-den wählten, verkündete ich ohne Abstimmung, dass die SPD Stormarn künftig jährlich einen „Olof-Palme-Friedenspreis" vergeben würde. Ich wusste noch nicht, wie wir das organisieren, geschweige denn bezahlen.

Doch bei drei Landtags- und zwei Bundestagsabgeordneten hatte ich die Zielgruppe schon im Auge. Ohne zu ahnen, dass ich später einmal selbst dazu gehören sollte.

Dann wurde ein Kuratorium gesucht. Als ich Egon Bahr die Idee und den Vorsitz antrug fand ich sehr schnell Zustimmung. Der ehemalige Bischof und Generalsekretär von Amnesty International Helmut Frenz nahm meine Bitte ebenfalls an. Hinzu kam unsere Genossinnen Gräfin Gisela v.d. Goltz aus Reinbek und Uschi Kähler aus dem Schleswig-Holsteinischen Landtag sowie Propst Karl-Ludwig Kohlwaage. Ihnen allen bin ich ebenso wie den dann folgenden Mitgliedern der Kuratorien dankbar für die Grundsteinlegung und die weitere Arbeit in den letzten 25 Jahren.

Ebenso gilt ein großer Dank den genannten Finanziers des Preises, zu denen später noch über das Kuratoriumsmitglied Heide Moser die Walther-Jacobsen-Gesellschaft hinzu kam.

Ein Dankeschön gebührt auch allen SPD-Kreisvorständen, die diese inzwischen zur Tradition gewordene Institution fortführten.
Und auch zu ihrer Finanzierung beitrugen.

Natürlich gebührt gleichfalls auch all den Menschen, Initiativen, und Gruppen im Kreis Stormarn Dank, die sich unermüdlich für andere und damit ganz im Sinne des Lebenswerkes von Olof Palme engagiert haben und dies auch heute tun.

Dazu gehört es selbstverständlich ebenso den Festrednern aller Preisverleihungen Danke zu sagen, die uns mit Ihren Ausführungen bereichert und angeregt haben. Sicher bin ich mir, dass dies auch heute mit dem 1. Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Olaf Scholz, wieder so sein wird.

Alles Gute für den Olof-Palme-Friedenspreis auf dem Weg zum 50. Jubiläum. Und nicht vergessen: „Politik heißt: etwas wollen!"

Homepage: SPD-Stormarn


Kommentare
Keine Kommentare